Natürlich Kunst - Gemeinschaftsausstellung

13.04.2019 bis 27.10.2019

Ausstellung Natürlich Kunst im Botanischen Garten: Objekt von Sigrid Kofler und Thomas Wiederkehr
13
April

NaturwissenschaftlerInnen und KünstlerInnen mit emotionaler Affinität zum Garten bespielen mit ihren Anmerkungen zum Verhältnis von Mensch und Natur den Botanischen Garten in Linz:

Peter Newrkla:  Ölmalerei
im Seminarraum, Samstag, 13. April bis Sonntag, 28. April 2019

Tobias Freitag, Barbara Ritterbusch-Nauwerck, Heidi Zenz, Siegrid Kofler und Thomas Wiederkehr:  Installationen
im Freiland des Botanischen Gartens, Samstag, 13. April bis Sonntag, 27. Oktober 2019

Gemeinsame Vernissage am Freitag, 12. April, 18 Uhr. Der Eintritt zur Vernissage ist frei.

Die KünstlerInnen und ihre Arbeiten

Peter Newrkla

Blumenbilder

Aus der Biologie kommend hat sich der Maler Peter Newrkla seit über dreißig Jahren der Malerei zugewandt. Unterschiedliche Themen, wie Wasser, mit denen er bei der Weltaustellung in Lissabon vertreten war, oder Naturbetrachtungen, nehmen einen Großteil seiner Arbeiten ein. Blumen sind ein beliebtes Thema für Maler. So gehen die Bilder von Peter Newrkla, neben einer sehr genauen Maltechnik, auf eine ungewöhnliche Betrachtungsebene. Er führt uns ganz nahe an die Objekte und eröffnet damit neue Sichtweisen. Neben der scheinbaren Sachlichkeit wird auf die Fülle an Formen, Farben und die Erotik der Blumen Wert gelegt. Die Bilder sollen darauf hinweisen, das Staunen nicht zu verlernen. Da wo in die Blüten ganz intensiv hineingeschaut wird öffnet sich eine erstaunliche neue Welt. Es sind einfach Porträts von Pflanzen, denen die Natur die ungewöhnlichsten Formen und Farben verliehen hat.

Barbara Ritterbusch Nauwerck 

natura naturans, schaffende Natur. Der Begriff beschreibt die Dynamik vom ständigen Werden und Vergehen, von Veränderung, Entwicklung und Verwirklichung neuer Möglichkeiten; Geburt und Tod. Er ist das Prinzip in der Natur und geht über Gesetze allgemeiner Art hinaus.
Aristoteles fasst die  Natur auf als ein Ensemble natürlicher Dinge, die einen Ursprung 
von Bewegung und  Stillstand in sich selbst haben. Im Laufe der Philosophiegeschichte 
erfährt der Begriff vielfache Ausdeutungen, bis hin zur heutigen Naturwissenschaft (Selbstorganisation). Er bezeichnet die Natur gleichzeitig als Rohstoff und Produkt der Erkenntnis.

natura naturata, geschaffene Natur, Schöpfung, Gott.

Natürlich Kunst: HOLZ und seine Maserung sind nicht nur Rohmaterial für meine künstlerischen Zwecke sondern bereits ein Kunstwerk der Natur selbst. Dieses interpretiere ich als Biologin. 

Heidi Zenz

Pflanzen – Wasser  - Zeit

Bei günstigen Voraussetzungen braucht das Moor tausend Jahre  bis aus abgestorbenen Pflanzen und gestautem Wasser eine Meter dicke Schicht Torf entsteht. 

Die kleinen, wenige Quadratmeter großen Torfstiche, aus denen von Hand so viel Torf gestochen wurde, wie man im Winter als Brennmaterial benötigte, bildeten natürliche Biotope für Wasserpflanzen und Tiere. Der maschinelle Abbau  und Kanalisationen lassen nun weltweit unsere Moore austrocknen und somit geht eine Naturlandschaft mit einer einzigartigen Flora und Fauna für immer verloren. 

Heidi Zenz beschäftigt sich bei  Ihrer Installation mit dem Thema Moor und weist auf den langen Entstehungsprozess einer Moorlandschaft hin. Sie präsentiert die alte Tradition des „Torfkastelns“, wie der gestochene Torf zur Trocknung geschichtet wurde.

Sigrid Kofler & Thomas Wiederkehr

Die Weide, alte Kulturbegleiterin unserer Breiten, erkunden Sigrid Kofler und Thomas Wiederkehr in ihrer Werkgruppe: „SALIX: eine Materialerkundung“. Skulpturen, Objekte und Installationen werden  bis zum Herbst 2019 den Veränderungen durch die Witterung und durch die jahreszeitliche  Entfaltung der Vegetation im botanischen Garten ausgesetzt. „Tun und Lassen“, „Garten und Wildnis“ dienen als inhaltliche Ausgangspunkte.

Tobias Freitag

Mondseewächter - eine Skulptur

Aus einem Mondseer Einbaum ragen zwei Fischschuppen wie Augen aus uralter Geschichte.  Sie überblicken die Zeiten seit ca. 5800 Jahren, als der letzte Gletscher geschmolzen war, das Wasser frei gab für die Fische und seine Ufer für die menschliche Besiedlung. Damals wurden die Menschen hier sesshaft. Sie waren die ersten Zuegroasten und entwickelten ihre Kultur, die Mondseekultur. In den Abfällen ihrer Pfahlbausiedlung, in der Kulturschicht, finden sich viele Reste, die uns über die Lebensweise der Menschen und auch über die Ökologie des Mondsees berichten. Auch Fischschuppen. Sie sind wie ein missing-link zwischen Archäologie, Gewässerökologie und Kunst. Bis heute.

Plakat zur Ausstellung "NATÜRLICH KUNST" (PDF | 226 KB)

Einblicke in die Ausstellung "NATÜRLICH KUNST"