Das Stadtklima

Auch das Klima in der Stadt unterscheidet sich wesentlich von dem des Umlandes. Die hauptsächlichen Ursachen für die Ausbildung des Stadtklimas sind in den tief greifenden Veränderungen des örtlichen Wärmehaushaltes zu suchen. Bei allgemeiner Überwärmung besonders charakteristisch ist die Erhöhung und Verschiebung des Temperaturmaximums in den Mittagsstunden und die erheblich verminderte Abkühlung in den Abend- und Nachtstunden. Die nächtliche Temperaturdifferenz gegenüber dem Umland kann recht hohe Werte annehmen. Diese Werte hängen allerdings von der Größe der Grünflächen innerhalb der Stadt, aber auch in einem beträchtlichen Maße vom Luftaustausch zwischen Stadtkern und Umland ab. Die Stadt muss somit als Wärmeinsel angesehen werden, hervorgerufen durch die Abwärme aus Industrie und Gebäudeheizung, den Glashauseffekt und die Erhöhung der Wärmekapazität wegen der Betonmassen.

Ein weiteres charakteristisches Merkmal des Stadtklimas besteht in der Verminderung der mittleren Windgeschwindigkeit, die je nach Baustruktur zwischen 10 und 20 Prozent liegt. Auch ist das Stadtgebiet entsprechend der erhöhten Temperatur im Mittel trockener als seine Umgebung. Im Sommer kann die Differenz der relativen Feuchte acht bis zehn Prozent betragen. Hierbei dürfte sowohl die fehlende Vegetationsdecke in den Städten, als auch der rasche Abfluss von Niederschlägen eine große Rolle spielen.

Luftströmung in Linz am Vormittag (JPG | 103 KB)

Stadtökologie