Pflanzen der Tropen

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Schwüle, warme Luft schlägt dem Besucher beim Eintritt in das Tropenhaus entgegen und vermittelt einen kleinen Eindruck über die Beschaffenheit des tropischen Klimas. Heute im Zeitalter der Fernreisen sind auch die tropischen Gebiete der Erde in die Nähe gerückt und es bedarf keiner anstrengenden Expeditionen, um diese Gegenden zu erreichen. Die Tropen zählen zu den am meisten gefährdeten Gebieten der Erde. Sie erstrecken sich nördlich und südlich des Äquators bis zu den Wendekreisen und ziehen sich wie ein Band rund um die Erde. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 25° C, die niedrigste 13°C. Es gibt keine Jahreszeiten wie bei uns, sondern Regenzeiten und Trockenzeiten wechseln sich ab, diese Bedingungen müssen nachvollzogen werden, sollen Pflanzen der Tropen bei uns gedeihen.

Lebensmittel aus den Tropen

Viele Nahrungs- und Genussmittel, die wir täglich konsumieren, stammen aus den Tropen und werden dort in großen Plantagen kultiviert. Im Tropenhaus besteht die Möglichkeit zu sehen, wie diese Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. 

Die Zwergbanane (Musa nana) mit der geringen Größe gedeiht im Tropenhaus. Sie bildet mit ihren Blattstielen nur einen Scheinstamm, blüht und fruchtet nur einmal. Der Kakao (Theobroma cacao) stellt eine alte Nutzpflanze dar, die schon von den Azteken verwendet wurde. Seine Blüten entspringen direkt am Stamm (Stammblütigkeit = Cauliflorie). Vom Kaffee (Coffea arabica) gibt es eine Vielzahl von Sorten. Seine ursprüngliche Heimat liegt in Äthiopien. Die Vanille (Vanilla planifolia) ist eine kletternde Orchidee, deren Schoten nach Fermentation das beliebte Gewürz ergeben. Die Ananas (Ananas comosus) wird im pazifischen Raum feldmäßig kultiviert. Der Kokastrauch (Erythroxylon coca) ist Lieferant des Suchtgiftes Kokain, welches in den letzten Jahren zur Modedroge wurde. Der Ingwer (Zingiber zerumbet) liefert Gewürz aus seinen Rhizomen. Die Blattfasern der Panamapalme (Carludovica palmata) werden zu Geweben und Seilen verarbeitet. Die Taropflanze (Calocasia esculenta) entwickelt stärkehaltige Knollen und große Blätter. Sie wächst im Wasserbecken, in dem auch die Riesenseerose (Victoria cruciana) gedeiht. Diese Pflanze kommt wild in Südamerika in den Flussgebieten des Paraná vor. Ihre Blätter können bis 2 m im Durchmesser erreichen und ein Gewicht bis zu 40 kg tragen. Die Blüte entfaltet sich am Abend in weiß, schließt sich in der Morgendämmerung und öffnet sich am nächsten Tag noch einmal, jedoch mit einem rosa Farbton.

Was alles auf Bäumen wächst

Neben den Nutzpflanzen verdienen die Epiphyten besondere Beachtung. Bei dieser Gruppe von Pflanzen handelt es sich um Pflanzen, die ein Leben in luftiger Höhe der Erdgebundenheit vorziehen und zu diesem Zweck vorwiegend auf Bäumen gedeihen. Der Grund dafür liegt in dem besseren Lichtangebot in höheren Lagen, die Pflanzen benutzen die Bäume nur als Wohnort und ernähren sich selbstständig, sind also nicht mit Schmarotzern zu verwechseln, welche die Nahrungssäfte der Wirtspflanze entziehen. Zu diesen „Aufsitzern" gehören die meisten der ca. 30 000 Arten aus der Familie der Orchideen, Bromeliengewächsen, Kannenpflanzen (Nepenthes), die als die größten tropischen Insekten fangenden Pflanzen gelten. Nepenthes truncata entwickelt bis zu 30 cm tiefe Kannen, die auch kleinere Tiere verdauen können. Geweihfarne (Platycerium) überwuchern gemeinsam mit anderen Kletterpflanzen die Bäume. In der Natur werden diese oft total überwachsen, bis der Träger zusammenbricht. An nachgebildeten „Epiphytenstämmen" kann man sich ein Bild der üppigen Vegetation machen.

Eine interessante Pflanze ist die Sinnpflanze aus dem tropischen Amerika (Mimosa pudica), die bei der geringsten Berührung die Blätter zusammenfaltet, nach unten absenkt und erst nach einigen Minuten wieder entfaltet. Aus dem Saft des Upas-Baumes (Antiaris toxicaria) wird von den Indianern ein rasch wirkendes Pfeilgift hergestellt. Die einblättrige Drehfrucht (Streptocarpus wendlandii) bildet nur ein einziges Blatt aus, das bis zu 90 cm lang werden kann. Neu entdeckt wurde Clusia grandiflora aus Guayana. Weitere dekorative Pflanzen sind Heliconia lathispatha, Acalypha hispida, Anthurium, Alocasia macrorrhiza, Dioscorea bulbifera, Cordyline und buntlaubige Bodenpflanzen aus verschiedenen Familien.

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