Laudatio zur Verleihung des Binding-Preises an die Naturkundliche Station

„Das Kuratorium des Binding-Preises für Natur- und Umweltschutz verleiht einen Anerkennungspreis (in Höhe von sFr 10.000,-) an die Naturkundliche Station der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz. „Mit der Zuerkennung des Binding-Preises (bzw. der Anerkennungspreise) für Natur- und Umweltschutz soll die Auseinandersetzung mit Umweltproblemen in der Öffentlichkeit gefördert werden.“ So lautet der Grundsatz der Binding-Stiftung, die 1986 von Dr. Karl Binding in Schaan (Fürstentum Liechtenstein) errichtet wurde.

Die Naturkundliche Station der Stadt Linz wurde vor fünfzehn Jahren ausgerichtet, um die biologisch-ökologische Erforschung, Sicherung und Entwicklung des Linzer Naturhaushaltes zu fördern.

Unter der Leitung des Initiators Mag. Gerhard Pfitzner wurden von ihm und seinen Mitarbeitern das Linzer Biotopkartierungsprogramm durchgezogen, ein Renaturierungsprogramm für die Mühlviertler Bäche auf Gemeindegebiet in die Wege geleitet, eine biologische Gewässergütekarte erstellt, das Linzer Wildtierforschungsprogramm betreut und ein Auwaldforschungsprojekt in Auftrag gegeben, um nur einige Aktivitäten zu nennen. Mit diesen Grundlagenerhebungen ist die Stadtplanung in Linz, welche auch noch große Grünräume umfasst, auf eine neue Basis gestellt. Die Mitarbeiter der Station werden in Planung und Alltag der Natur- und Landschaftsschutzbestimmungen eingebunden.

Was die Tätigkeit aber weit über den Rahmen ähnlicher Initiativen heraushebt, ist die hervorragende Öffentlichkeitsarbeit und vor allem die Herausgabe der Zeitschrift ÖKO.L. Die gut illustrierten und mit einem ausgezeichneten Layout dargestellten Hefte schaffen eine einmalige Verbindung fachlich fundierter Information mit verständlicher Sprache für breitere Bevölkerungskreise. Die meisten Hefte beinhalten Schwerpunktthemen. Nach eigenen Worten versteht sich ÖKO.L „als Impulsgeber, das Naturgeschehen aufmerksam betrachtend, schauend, staunend zu erleben, um auf der Basis der daraus resultierenden Liebe zur Natur für das Existenzrecht unserer Mitgeschöpfe aktiv, in welcher For auch immer, einzutreten“.

Das Kuratorium will mit dieser Anerkennung diese herausragende Naturschutzarbeit überregional würdigen. Diese Würdigung betrifft vor allem Mag. G. Pfitzner als Seele des Unternehmens, aber auch seine Mitarbeiter und die politisch Verantwortlichen des Magistrates der Stadt Linz, welche erst alle dieses Wirken ermöglichten.

Vaduz, 20. November 1992
Mario F. Broggi
(Geschäftsführer des Kuratoriums)“

Geschichte der Naturkundlichen Station