Aktuelle Infos der Naturkundlichen Station

Die Naturkundliche Station hat ein breitgefächertes Aufgabengebiet, das von Grundlagenforschung über Planungs- und Naturschutzpraxis bis hin zur Umweltbildung reicht. Dementsprechend vielfältig sind auch unsere Projekte und Tätigkeiten. Die neuesten wollen wir Ihnen auf dieser Seite immer vorstellen. Zusätzlich finden Sie hier Verweise auf unsere aktuellsten Artikel zur Linzer Pflanzen- und Tierwelt.

Neue Wohnungen für Haselmaus und Co

Im März wurden im Botanischen Garten von einer Mitarbeiterin der Naturkundlichen Station Haselmauskobel angebracht. Diese von der Lebenshilfe produzierten und vom Naturschutzbund vertriebenen Nistkästen bieten kleinen Säugetieren aus der Familie der Bilche wie Haselmäusen und Siebenschläfern Quartier. Manchmal werden sie jedoch auch von Vögeln wie Meisen als Nistplatz verwendet. Noch ist nicht klar, ob Haselmäuse oder Siebenschläfer den Botanischen Garten bewohnen, weshalb die Kobel regelmäßig kontrolliert werden. Der Nachweis von Siebenschläfern ist meist schon aus einiger Entfernung gut möglich, da sie die Dächer ihrer Unterkunft gerne mit Kothaufen „verzieren“. Um Haselmäuse nachweisen zu können, ist das vorsichtige Öffnen der Kästen nötig, die dafür mit einem abhebbaren Dach ausgestattet sind. Wer jedoch ein feines Näschen hat, kann bewohnte Kobel schon an ihrem feinen Duft nach Tee erkennen, dem typischen Geruch der Haselmaus.

Weitere Infos zu diesen heimlichen Säugetieren

am Baum befestigter Haselmauskobel

Das neue ÖKO.L-Heft ist da!

Das erste Heft des Jahres 2021 bietet auf 36 Seiten wieder interessante und aktuelle Artikel zu den Themen Ökologie, Natur- und Umweltschutz. Gudrun Fuß und Julia Kropfberger untersuchten im Rahmen des Artenschutzprojektes „Nachtfalter Oberösterreichs“ das Vorkommen der seltenen Birnbaumeule, eine Eulenfalterart, im Naturpark Obst-Hügel-Land und berichten über die Ergebnisse. Jeweils fünf Pflanzenarten haben der Botaniker Michael Hohla und der Ökologe Josef H. Reichholf ausgewählt und beschreiben sie in ihrer unterschiedlichen Betrachtungsweise. Die Stadt Linz fördert die Pflege ökologisch wertvoller Landschaftselemente, um Vielfalt und Lebensräume zu erhalten. Im Sommer 2019 wurden im Zuge der jährlichen Kontrollen von Sarah Reindl ausgewählte Flächen kartiert und bewertet, um einen Einblick in die aktuelle Situation der botanischen Artenvielfalt auf den Förderflächen zu erhalten. Schließlich berichtet noch Michael Hohla über einen Einwanderer, den Schwarzkopfregenwurm, der durch den Handel mit Pflanzen samt Wurzelballen verbreitet wurde. Seine großen Kottürme bereiten vor allem in der Grünlandbewirtschaftung mitunter Probleme. Sie sehen, unser Heft ist wieder prall voll mit spannenden Artikeln!

Mehr zum ÖKO.L-Heft 1/2021

Moos des Jahres – Sparriges Kranzmoos

Es ist nicht wählerisch und kommt von der Ebene bis ins hohe Gebirge vor, nur extreme Trockengebiete meidet es. Durch seine sparrige Beblätterung und die lang ausgezogenen Blattspitzen ist es kaum mit einer anderen Art zu verwechseln. Die nährstoff- und feuchtigkeitsliebende, jedoch kalkmeidende Art gedeiht besonders in gut gepflegten Rasenflächen. Durch häufigen Schnitt und regelmäßige Bewässerung verdrängt es sogar Gräser, sodass sich reine Moosrasen bilden. Ein wirksames Verbreitungsmittel sind dabei die Mulchmäher. Ist Ihnen Moos im Rasen lästig, bekämpfen Sie es nicht mit Produkten aus dem Baumarkt. Das ist in der Regel wenig erfolgversprechend. Besser ist es, weniger, dafür aber höher zu mähen und die Bewässerung auf ein Minimum zu reduzieren. Diese Maßnahmen reduzieren nicht nur das Moos, sondern sorgen auch für artenreichere Rasenflächen. Wenn Sie Ihren kurz geschorenen Rasen jedoch behalten möchten, dann arrangieren Sie sich mit dem Sparrigen Kranzmoos. Es ist kurz, grün und bestens betretbar.

Weitere Infos zu dieser spannender Pflanzenart

Bald geht´s wieder los – Brutvogelmonitoring der Naturkundlichen Station!

Seit 1988 werden von Mitarbeitern zweimal im Jahr von Mitte April bis Anfang Juni an festgelegten Punkten die Bestände häufiger Brutvogelarten gezählt. Im Stadtgebiet von Linz werden 30 Zählstrecken begangen, welche jedes Jahr gleich bleiben. Pro Zählstrecke sind 10 bis 20 Punkte fixiert, an denen jeweils genau fünf Minuten gezählt wird, welche Arten in welcher Häufigkeit vorkommen. Weiters werden noch der Lebensraum beziehungsweise dessen Veränderungen protokolliert. Die erhobenen Daten werden an BirdLife weitergegeben und aus den Zählergebnissen werden nach einer wissenschaftlich fundierten Methode Bestandstrends berechnet, die uns Auskunft über Zunahmen oder Abnahmen geben.

Mehr Informationen zum Brutvogelmonitoring

Mehlschwalben am Nest

Osterhase oder Osterkaninchen?

Ostern steht vor der Tür und Meister Lampe ist in diesen Tagen wieder schwer beschäftigt. Die Frage ist jedoch, wer versteckt denn bei Ihnen nun wirklich die Eier? Ist es der Osterhase oder doch das Osterkaninchen? Wenn Sie genau schauen, können Sie die beiden Arten leicht voneinander unterscheiden. Feldhasen haben größere Augen und längere Ohren, zudem sind ihre „Löffel“ etwas spitzer. Wildkaninchen sind mit 2 kg echte Leichtgewichte, wohingegen ein Feldhase schon bis zu 5 kg auf die Waage bringen kann. Ein weiterer markanter Unterschied zwischen den beiden Arten sind die extrem starken Hinterbeine des Feldhasen. Sehen Sie also bei Ihrem Osterspaziergang genau hin, wer Ihnen über den Weg hoppelt und melden Sie Ihre Beobachtungen gleich im Rahmen des Projekts „Linz tierisch“ auf naturbeobachtung.at.

Mehr Infos zu den Hasenartigen und zur Meldeplattform

Flechte des Jahres – Die Mauerflechte

Wie ihr Name schon verrät, ist die Gewöhnliche Mauerflechte im Siedlungsbereich vorwiegend auf Mauern und Zaunpfosten, Dachziegeln, auf Pflaster aller Art, gerne auch auf Waschbeton oder auch auf wenig befahrenem Asphalt zu finden. Durch ihre großen, grünlich-weißen und dicht mit Fruchtkörpern besetzten Rosetten ist sie kaum mit einer anderen Art zu verwechseln. Große Toleranz gegenüber Trockenheit und Schadstoffen zeichnet diese Krustenflechte aus, weshalb sie als nicht gefährdet gilt. Die Mauerflechte ist weltweit verbreitet und gilt als Profiteurin der Eutrophierung (Anreicherung mit Nährstoffen) und der fortschreitenden Versiegelung der Landschaft. Auch die zunehmende Erwärmung und die damit einhergehenden Dürreperioden werden ihr als trockenheitsresistente Art wenig anhaben. Bei den Briten heißt sie übrigens "chewing-gum lichen", da sie von ihrem Aussehen her den Kaugummiflecken auf Pflastersteinen ähnelt.

Mehr Infos zur Mauerflechte

Geschützte Pflanzen in Oberösterreich – Neuerscheinung!

In der 4. überarbeiteten Auflage sind alle aktuell geschützten Pflanzenarten Oberösterreichs angeführt. Die Erforschung der Pflanzenwelt hat in Oberösterreich große Tradition und wurde bereits vor rund 250 Jahren begonnen. Man weiß daher sehr genau, wer zu den Gewinnern und wer zu den Verlierern der letzten Jahrzehnte zählt. Besonders Pflanzenarten, die an traditionell bewirtschaftete Wiesen gebunden sind, haben das Nachsehen, da diese Flächen entweder durch Versiegelung ganz verschwinden oder durch landwirtschaftliche Intensivierung keinen geeigneten Lebensraum mehr bieten. Um die Verlierer vor dem endgültigen Aussterben zu bewahren, müssen wir gemeinsam dafür sorgen, dass ihre Lebensräume geschützt werden und bleiben. Und wie heißt es so schön: Nur was man kennt, schätzt und schützt man!

Broschüre "Geschützte Pflanzen in in Oberösterreich" (PDF, 7,37 MB)

Seidelbast – bunter Gruß aus dem Frühlingswald!

In den Auwäldern von Linz kann man den kleinen Strauch mit seinen leuchtend rosa bis purpurrot gefärbten und stark duftenden Blüten jetzt fast überall entdecken. Auch, wenn die Ästchen sehr schön sind, bitte stehen lassen, bieten die reichlich Nektar spendenden Blüten doch wichtige Nahrung für überwinternde Schmetterlinge wie Zitronenfalter, C-Falter und Kleiner Fuchs. Bienen nutzen das frühe Nektarangebot ebenfalls gern. Darauf deutet schon der Name „Seidel“ hin, der von "Zeitler", einer früher gebräuchlichen Bezeichnung für den Imker kommt. Im Sommer hingegen ist der Seidelbast ganz unauffällig und geht im üppigen Grün der Wälder vollständig unter, erst im Spätsommer macht er mit seinen roten Beeren wieder auf sich aufmerksam, die gerne von Vögeln gefressen werden. Für uns heißt es aber Hände weg, da sie für Menschen stark giftig sind!

Mehr Infos zum Seidelbast

Alien des Jahres!

Der Asiatische Marienkäfer oder Harlekin-Marienkäfer ist mittlerweile bei uns an vielen Orten schon zum Sinnbild des Marienkäfers geworden, da er die heimischen Arten, allen voran den Siebenpunkt-Marienkäfer zunehmend verdrängt. Die ursprünglich aus China und Japan stammende Art wurde auf Grund ihres enormen Appetits auf Blattläuse zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Glashäusern eingesetzt. Von dort konnte sie ins Freiland entkommen und wurde 2006 erstmals in Österreich nachgewiesen. Durch seine enorme Reproduktionsrate kann sich der Asiatische Marienkäfer rasch vermehren. Gehen den Larven dann die Blattläuse aus, satteln sie auf andere weichhäutige Insekten um. Im Herbst werden die Käfer sogar Vegetarier und entwickeln eine Vorliebe für Weintrauben um, was sie bei Winzern äußerst unbeliebt macht.

Weitere Infos  und die wichtigsten Erkennungsmerkmale des Asiatischen Marienkäfers
 

Asiatische Marienkäfer

Auwälder – Grüne Oasen am Rand von Linz

Im Frühling haben Auwälder ihren ganz besonderen Reiz, bunte Blütenteppiche überziehen den Boden und erfreuen mit ihrer Üppigkeit unser Herz. Sobald es etwas wärmer wird, schießen Frühblüher wie Leberblümchen und Lerchensporn hier beinahe explosionsartig aus dem Boden. Wie kein anderer Lebensraum ist der Auwald von der Dynamik des Fließgewässers geprägt, das ihn durchzieht. Überschwemmungen führen zu ständigen Veränderungen. Trockenbereiche werden geflutet, Ufer werden abgerissen und Material wird wieder angelandet. Diese große Strukturvielfalt führt dazu, dass Augebiete zu den artenreichsten Lebensräumen in Österreich zählen. Leider ist dieser Lebensraum wie so viele andere durch intensive Landwirtschaft und Versiegelung der Flächen stark bedroht. Die Traun-Donau-Auen in Linz sind zwar zum größten Teil Europaschutzgebiet, doch im Randbereich kommt nach wie vor zu Verbauungen.

Ausführliche Infos zum Lebensraum Auwald

Dirndl statt Forsythie

Der Dirndlstrauch auch Kornelkirsche genannt, blüht zusammen mit der Hasel bereits ab Mitte Februar. Als erster heimischer Strauch bietet er mit seinen gelben Blüten auch Nektar für (Wild-)Bienen und Schmetterlinge wie Zitronenfalter, Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs, was ihn ökologisch besonders wertvoll macht. Die ebenfalls gelb blühende Forsythie gilt Vielen als Frühlingsbote par excellence, bietet blütenbesuchenden Insekten aber weder Nektar noch Pollen. Bei dem ursprünglich auch China stammenden Ziergehölz handelt es sich um eine sterile Kreuzung (Hybride), die unserer heimischen Tierwelt kaum von Nutzen ist. Liebe Gartenbesitzer pflanzen Sie doch stattdessen den Dirndlstrauch, denn von ihm profitieren Tier und Mensch. In Linz ist der Dirndlstrauch auch in vielen Parks zu finden.

Weitere Infos zum Dirndl-Strauch
 

Dirndlblüte

Linzer Krötentaxi

Die ersten Märztage waren schon sehr mild und selbst wenn es jetzt wieder etwas kälter ist, der Frühling lässt sich nicht mehr aufhalten. Das spüren auch die Erdkröten und Springfrösche im Linzer Stadtgebiet. Sobald die Nächte etwas wärmer werden, zumindest aus Sicht der Amphibien, beginnen sie mit der jährlichen Wanderschaft zu ihren Laichplätzen. Für viele ist es jedoch die letzte Reise, sie enden tot auf der Straße.

Um dies zu verhindern und den Lurchen eine sichere Wanderung zu ihren Laichgewässern zu ermöglichen, stellen Mitarbeiter der Naturkundlichen Station Linz schon seit vielen Jahren Am Langen Zaun und an der Mönchgrabenstraße Amphibienschutzzäune auf. Seit Ende Februar stehen die Zäune wieder und die dort gestoppten Tiere müssen nur mehr auf ihr Taxi zum Laichgewässer warten.

Mehr Infos zum Linzer Krötentaxi

Aufstellen eines Krötenzauns

Palmkätzchen - Weniger ist mehr!

Anfang März beginnen sie wieder zu blühen, die Palmkätzchen. Für viele von uns läuten sie mit ihren flauschigen Blütenständen den Frühling ein und werden daher gerne in Wohnung und Haus geholt. Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass sie für blütenbesuchende Insekten eine wichtige Nahrungsquelle im beginnenden Frühjahr darstellen. Werden zu viele Palmkätzchen als Deko oder für Palmbuschen abgeschnitten, kann es mit der Nahrung für Wildbienen und Schmetterlinge schon knapp werden.

Als Palmkätzchen werden die ungeöffneten Blütenstände der Salweide bezeichnet. Durch den flauschigen Pelz werden die Blüten vor Frost und der rauen Witterung des beginnenden Frühjahrs geschützt.

Mehr Infos zu diesem frühblühenden Baum

Trockensteinmauer im neuen Naturgarten

Der Frühling lässt schon grüßen und auch die Pflanzen im Botanischen Garten geben schon wieder kräftige Lebenszeichen von sich. Tausende Schneeglöckchen, Krokusse, Primeln und viele mehr zeigen ihre leuchtenden Blüten und locken damit schon die ersten Insekten an.

Auch in unserem Naturgarten geht es wieder voran, soeben wurde von unseren fleißigen Gärtnern die Trockensteinmauer fertig gestellt. Jetzt soll die Mauer noch insektenfreundlich mit Hauswurz, Mauerpfeffer, Karthäusernelke und Thymian bepflanzt werden. Dahinter wird ein Sandarium entstehen, wo bodenbrütende Wildbienen, immerhin zwei Drittel der heimischen Arten, einen geeigneten Nistplatz finden sollen. Wir halten Sie auf dem Laufenden wie es weitergeht!

Trockensteinmauer

Die Schneerose - erste Frühlingsbotin!

Nur wenige heimische Blütenpflanzen zeigen sich jetzt schon in ihrer vollen Pracht und nutzen die kalte Jahreszeit für den wichtigsten Lebensabschnitt – die Fortpflanzung. Diese ungewöhnliche Lebensweise ist jedoch von Vorteil, denn durch das Fehlen der Laubblätter an den Bäumen gelangt viel Sonnenlicht und damit Wärme bis zum Waldboden. Die wenigen Insekten, welche um diese Jahreszeit aktiv sind, werden in der ansonsten weitgehend kahlen Winterlandschaft von ihren großen, duftenden Blüten angelockt und sorgen für die Bestäubung. Sind aufgrund der Witterung keine Blütenbesucher unterwegs, kommt es zur Selbstbestäubung. Jetzt Ende Februar können Sie ihre schneeweißen Blüten beim Spaziergang im Wald vielerorts entdecken. Ein natürliches Frostschutzmittel im Zellsaft schützt die Pflanze vor dem Erfrieren.

Mehr Infos zu Schneerosen

Schneerose

Dreh doch mal das Licht ab!

Wann haben Sie das letzte Mal einen beindruckenden Sternenhimmel erlebt? Vielleicht im Urlaub auf einer einsamen Hütte? Bei uns in der Stadt wohl kaum, denn dunkle Nachthimmel sind eine Seltenheit geworden, obwohl sie für viele Tierarten und auch für Menschen essentiell sind. Nachtfalter und andere nachtaktive Insekten benötigen die Dunkelheit zur Futter- und Partnersuche. Zwei Drittel aller Zugvögel sind nachts unterwegs und werden durch den Lichtsmog von ihrem Kurs abgelenkt. Auch auf Menschen hat die ständige „Beleuchtung“ große Auswirkungen, sie kann zum Beispiel zu Schlafstörungen oder einem erhöhten Stresslevel führen. Natürlich kann man „das Licht“ nicht einfach überall abschalten, aber man kann das „richtige“ Licht wählen und es so ausrichten und anwenden, dass die Umwelt dadurch möglichst wenig beeinträchtigt  wird. Leider ist es in den letzten Jahren modern geworden, auch Privathäuser nachts immer stärker zu beleuchten. Hier sollte es  im Hinblick auf gute Nachbarschaft mit Mensch und Tier doch zumindest um 22:00 Uhr „Licht aus“ heißen.

Weitere Infos zum Thema "Lichtsmog und seine Auswirkungen auf Tier und Mensch"

in der Nacht beleuchtete Hausfassade

Spechte – Wer klopft denn da?

Spechte sind markante Vertreter der heimischen Vogelwelt und mit neun regelmäßig bei uns in Oberösterreich vorkommenden Arten eine recht übersichtliche Gruppe. Sieben von ihnen kann man auch im Stadtgebiet von Linz und den Umlandgemeinden begegnen. Besonders im Winter sind die Chancen auf Spechtsichtungen erhöht, da die meisten Bäume und Sträucher unbelaubt sind und manchen Arten wie der Buntspecht oder auch der Grünspecht nun gerne in unsere Gärten kommen, um sich am Angebot der Futterhäuschen zu bedienen, sofern diese Fettblöcke, Nüsse oder gar getrocknete Insekten beinhalten. Als typische Bewohner alter strukturreicher Wälder leben Spechte auch in vielen historischen Parkanlagen mit altem Baumbestand. Wenn Sie bei Ihrem nächsten Spaziergang oder in Ihrem Garten einen Specht beobachten oder sogar fotografieren können, dann melden Sie Ihre Sichtung doch bei unserem Projekt „Linz tierisch“!

Weitere Infos zum Thema Spechte

Buntspecht

Bioskop-Podcast

Noch ist es kalt draußen und gemütlich auf der warmen Couch zu sitzen ist verlockend. Ein idealer Zeitpunkt, um sich den neuen Podcast von „bioskop“ dem Online-Magazin der Austrian Biologist Association (ABA) anzuhören, der sich den Zwischentönen der Natur und dem ökologischen Wirkungsgefüge widmet. Sein zentrales Anliegen ist die Dokumentation und Erörterung der vielfältigen Naturlandschaften mit ihren besonderen Tier- und Pflanzenarten. Jeden ersten Montag im Monat erscheint eine neue Folge. Passend zum nahenden Valentinstag wird im aktuellen Podcast das Liebesleben der Athropoden (Gliederfüßer) beleuchtet. Kleiner Spoiler – die Romantik steht dabei nicht immer im Vordergrund, doch spannend ist das Thema allemal.

Diese und alle anderen Folgen zum Nachhören

Kopfweiden – Bäume voller Leben!

Kopfweiden sind mit ihrem dicken, knorrigen Stamm und ihrer buschigen Krone charakteristische Elemente der bäuerlichen Kulturlandschaft. Sie sind keine eigene Baumart, sondern entstehen durch Pflege und Bewirtschaftung. Jungbäume werden auf einer Höhe von ein bis drei Metern eingekürzt und in der Folge regelmäßig beschnitten, um die Zweige als Brennholz, Bau- und Flechtmaterial, als Viehfutter und Stalleinstreu zu nutzen. Viele dieser Verwendungsarten fallen heutzutage allerdings weg, weshalb auch die Kopfweiden zusehends aus dem Landschaftsbild verschwinden und mit ihnen viele Lebewesen, die auf diese einzigartigen Biotope aus Menschenhand angewiesen sind. Unzählige Schmetterlingsarten, totholzbewohnende Käfer, höhlenbewohnende Vogelarten wie Steinkauz, Hohltaube oder Gartenrotschwanz, aber auch Bilche und Fledermäuse nutzen Kopfweiden auf die ein oder andere Weise. Eine Kopfweide passt in fast jeden Garten, vielleicht auch in Ihren?

Mehr Infos zum Thema Kopfweiden

Fledermaus des Jahres 2020 + 2021 – Die Mopsfledermaus

Die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) ist eine mittelgroße Fledermausart mit kurzer, gedrungener Nase, deren Form sie auch ihren deutschen Namen verdankt. Sie hat ein dichtes, relativ langes, sehr dunkles Fell mit gelblichweißen Haarspitzen auf der Körperoberseite. Oft hängen Mopsfledermäuse sogar bei Frost frei an der Wand oder in Spalten. Erst etwa -15 Grad Celsius sind tödlich für sie.

Als Lebensraum bevorzugt die Mopsfledermaus reich gegliederte, insektenreiche Wälder mit ausgeprägter Strauchschicht. Baumspalten und Stellen hinter abstehender Borke an Totholzbäumen dienen als Wochenstuben. Sie nutzt jedoch auch Gebäude als Versteckmöglichkeit, so kann man sie zum Beispiel hinter Fensterläden und Hausverkleidungen finden. Als Nahrung werden Nachfalter und Kleinschmetterlinge bevorzugt. Auf ihren Flügen orientiert sie sich stark an Landschaftselementen wie Hecken, Baumreihen oder Flüssen, die eine Verbindung zwischen Quartieren und Jagdgebieten herstellen.

Mehr Infos zu dieser bemerkenswerten Fledermausart

Wassertier des Jahres 2021 – Die Äsche

Die Europäische Äsche (Thymallus thymallus) ist ein zu den Salmoniden zählender Raubfisch und kommt in den Mittel- und Gebirgsregionen ganz Europas vor. Ausgewachsene Äschen werden etwa 30 bis 50 Zentimeter lang und erreichen ein Gewicht von 500 bis 1.500 Gramm, besonders große Exemplare können sogar doppelt so schwer werden. Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus Kleinkrebsen, Insektenlarven und Anflugnahrung. Große Tiere können gelegentlich auch kleinere Fische erbeuten.

Die Bestände der Äsche nehmen in Österreich deutlich ab, der einst weit verbreitete Fisch wird schon seit 2007 auf der Roten Liste der Fische Österreichs als gefährdet eingestuft und die Situation hat sich in den letzten Jahren vielerorts noch verschärft. Ursachen für den Rückgang dieses eleganten Fisches liegen vor allem in der immer schlechteren Ausstattung seines Lebensraumes wie zum Beispiel fehlende Kiesbänke und Gewässerverschmutzung sowie der Zerschneidung desselben.

Weitere Infos zur Äsche

Äsche

Enten und Schwäne bitte nicht füttern!

Wasservögel sollte man am besten gar nicht füttern, sondern nur beobachten. Die Vögel sind an unsere Winter angepasst und finden auch bei Schnee und Kälte ausreichend Nahrung. Futterreste locken Ratten an und führen zur Überdüngung der Gewässer mit organischem Material und Nährstoffen. Der Abbau verbraucht große Mengen Sauerstoff, der Fischen und anderen Wassertieren fehlt. An Futterstellen versammeln sich sehr viele Wasservögel, wodurch die Übertragung von ansteckenden Krankheiten begünstigt wird. Außerdem suchen die Tiere die Futterstellen dann auch zu anderen Jahreszeiten auf und es kann zu stark verkoteten Badewiesen kommen. Wasservögel zu beobachten ist faszinierend, gerade jetzt ist das an den Weikerlseen oder dem Pichlingersee gut möglich, aber bitte ohne Füttern!

Weitere Infos zu diesem Thema

Entenfütterung

Natur des Jahres 2021!

Es ist wieder soweit, der Naturschutzbund Österreich hat gemeinsam mit Expertinnen und Experten bei vielen Organismengruppen die Arten des Jahres gekürt. Sie werden stellvertretend für alle anderen vor den Vorhang geholt, um Bewusstsein für eine bestimmte Art oder einen Lebensraum schaffen und unter anderem auf Gefährdungen aufmerksam machen.

Als „Tier des Jahres“ hat dieses Mal der Siebenschläfer (Glis glis) das Rennen gemacht. Rund 30 Zentimeter – samt Schwanz – ist er lang, hat dichtes, graues Fell, große Augen und kleine Ohren. Der kleine, nachtaktive Kletterer weiß noch gar nichts von seinem „Glück“, denn zur Zeit hält er eingerollt, mit seinem kuscheligen Schwanz bedeckt, Winterschlaf, von dem er frühestens nach sechs Monaten im Mai oder Juni wieder erwacht. In loser Folge werden wir Ihnen über das Jahr verteilt alle Arten des Jahres genauer vorstellen.

Wer es aber vor lauter Neugier nicht mehr aushält, kann sich hier schon vorab informieren!

Siebenschläfer in Nistkasten

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