Aktuelle Infos der Naturkundlichen Station

Die Naturkundliche Station hat ein breitgefächertes Aufgabengebiet, das von Grundlagenforschung über Planungs- und Naturschutzpraxis bis hin zur Umweltbildung reicht. Dementsprechend vielfältig sind auch unsere Projekte und Tätigkeiten. Die neuesten wollen wir Ihnen auf dieser Seite immer vorstellen. Zusätzlich finden Sie hier Verweise auf unsere aktuellsten Artikel zur Linzer Pflanzen- und Tierwelt.

Fledermaus des Jahres 2020 + 2021 – Die Mopsfledermaus

Die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) ist eine mittelgroße Fledermausart mit kurzer, gedrungener Nase, deren Form sie auch ihren deutschen Namen verdankt. Sie hat ein dichtes, relativ langes, sehr dunkles Fell mit gelblichweißen Haarspitzen auf der Körperoberseite. Oft hängen Mopsfledermäuse sogar bei Frost frei an der Wand oder in Spalten. Erst etwa -15 Grad Celsius sind tödlich für sie.

Als Lebensraum bevorzugt die Mopsfledermaus reich gegliederte, insektenreiche Wälder mit ausgeprägter Strauchschicht. Baumspalten und Stellen hinter abstehender Borke an Totholzbäumen dienen als Wochenstuben. Sie nutzt jedoch auch Gebäude als Versteckmöglichkeit, so kann man sie zum Beispiel hinter Fensterläden und Hausverkleidungen finden. Als Nahrung werden Nachfalter und Kleinschmetterlinge bevorzugt. Auf ihren Flügen orientiert sie sich stark an Landschaftselementen wie Hecken, Baumreihen oder Flüssen, die eine Verbindung zwischen Quartieren und Jagdgebieten herstellen.

Mehr Infos zu dieser bemerkenswerten Fledermausart

Wassertier des Jahres 2021 – Die Äsche

Die Europäische Äsche (Thymallus thymallus) ist ein zu den Salmoniden zählender Raubfisch und kommt in den Mittel- und Gebirgsregionen ganz Europas vor. Ausgewachsene Äschen werden etwa 30 bis 50 Zentimeter lang und erreichen ein Gewicht von 500 bis 1.500 Gramm, besonders große Exemplare können sogar doppelt so schwer werden. Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus Kleinkrebsen, Insektenlarven und Anflugnahrung. Große Tiere können gelegentlich auch kleinere Fische erbeuten.

Die Bestände der Äsche nehmen in Österreich deutlich ab, der einst weit verbreitete Fisch wird schon seit 2007 auf der Roten Liste der Fische Österreichs als gefährdet eingestuft und die Situation hat sich in den letzten Jahren vielerorts noch verschärft. Ursachen für den Rückgang dieses eleganten Fisches liegen vor allem in der immer schlechteren Ausstattung seines Lebensraumes wie zum Beispiel fehlende Kiesbänke und Gewässerverschmutzung sowie der Zerschneidung desselben.

Weitere Infos zur Äsche

Äsche

Vögel machen glücklich!

Gerade in diesen herausfordernden Zeiten ist es doch eine gute Nachricht, dass wir mit kurzen Aufenthalten in der Natur, sei es bei einem Spaziergang im Wald oder einem kleinen Rundgang im eigenen Garten, unseren Stresspegel senken und unser Wohlbefinden steigern können. Eine Erhöhung von Vogelarten im eigenen Umfeld um etwa zehn Prozent wirkt sich dabei laut Studien genauso positiv auf unsere Lebenszufriedenheit aus wie eine vergleichbare Gehaltserhöhung. Schon das Beobachten von verschiedenen Vogelarten beim Futterhäuschen steigert unsere Lebensfreude. Dass sich eine hohe Anzahl an Vogelarten derart positiv auf unser Leben auswirkt, liegt sicherlich auch daran, dass Vögel gute Indikatoren für naturbelassene und abwechslungsreiche Landschaften in der Nähe sind.

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Rotkehlchen

Enten und Schwäne bitte nicht füttern!

Wasservögel sollte man am besten gar nicht füttern, sondern nur beobachten. Die Vögel sind an unsere Winter angepasst und finden auch bei Schnee und Kälte ausreichend Nahrung. Futterreste locken Ratten an und führen zur Überdüngung der Gewässer mit organischem Material und Nährstoffen. Der Abbau verbraucht große Mengen Sauerstoff, der Fischen und anderen Wassertieren fehlt. An Futterstellen versammeln sich sehr viele Wasservögel, wodurch die Übertragung von ansteckenden Krankheiten begünstigt wird. Außerdem suchen die Tiere die Futterstellen dann auch zu anderen Jahreszeiten auf und es kann zu stark verkoteten Badewiesen kommen. Wasservögel zu beobachten ist faszinierend, gerade jetzt ist das an den Weikerlseen oder dem Pichlingersee gut möglich, aber bitte ohne Füttern!

Weitere Infos zu diesem Thema

Entenfütterung

Stunde der Wintervögel – erste Ergebnisse

Haben Sie bei der größten Vogelzählung Österreichs von BirdLife mitgemacht und Anfang Jänner eine Stunde lang alle Vögel in Ihrem Garten oder in einem Park gezählt? Dann sind Sie doch sicher auch schon auf die Ergebnisse gespannt. Welche Vogelarten wurden besonders oft gesichtet? Wer konnte öfter, wer seltener als 2020 gezählt werden und warum? Aber auch wenn Sie nicht zum Zählen gekommen sind, ist es spannend zu erfahren, wie es um die Vögel bestellt ist, die den Winter bei uns verbringen.

Alle Infos, genau nach Regionen aufgeschlüsselt, finden Sie hier.

Natur des Jahres 2021!

Es ist wieder soweit, der Naturschutzbund Österreich hat gemeinsam mit Expertinnen und Experten bei vielen Organismengruppen die Arten des Jahres gekürt. Sie werden stellvertretend für alle anderen vor den Vorhang geholt, um Bewusstsein für eine bestimmte Art oder einen Lebensraum schaffen und unter anderem auf Gefährdungen aufmerksam machen.

Als „Tier des Jahres“ hat dieses Mal der Siebenschläfer (Glis glis) das Rennen gemacht. Rund 30 Zentimeter – samt Schwanz – ist er lang, hat dichtes, graues Fell, große Augen und kleine Ohren. Der kleine, nachtaktive Kletterer weiß noch gar nichts von seinem „Glück“, denn zur Zeit hält er eingerollt, mit seinem kuscheligen Schwanz bedeckt, Winterschlaf, von dem er frühestens nach sechs Monaten im Mai oder Juni wieder erwacht. In loser Folge werden wir Ihnen über das Jahr verteilt alle Arten des Jahres genauer vorstellen.

Wer es aber vor lauter Neugier nicht mehr aushält, kann sich hier schon vorab informieren!

Siebenschläfer in Nistkasten

Es ist angerichtet – das richtige Futter für Amsel, Drossel und Fink

Ab dem Spätherbst, wenn es beginnt kalt zu werden, kann man damit beginnen, die Gartenvögel mit Futtergaben zu unterstützen. Hat man sich entschieden zu füttern, sollte man das konsequent den ganzen Winter hindurch, da sich die Vögel auf das stetige Nahrungsangebot einstellen und darauf verlassen. Ganz wichtig ist es, dabei auf die richtige Auswahl des Futters und der Futterspender zu achten. Am besten sind Futtersilos, da hier das Futter vor Nässe und Schmutz geschützt angeboten werden kann. Zur Futterstelle kommen Körner- und Weichfutterfresser, die je nach Vorliebe verköstigt werden wollen. Speisereste dürfen auf keinen Fall verfüttert werden, da die Vögel das enthaltene Salz nicht vertragen.

Mehr Infos zu den Futteransprüchen der einzelnen Vogelarten und ein Rezept für selbstgemachtes Vogelfutter.

Futterglocke aus Tontopf

Netzwerk Biodiversität Österreich

Inter- und transdisziplinäres Netzwerk zu Biodiversität & Ökosystemleistungen

Kennt Ihr schon das Netzwerk Biodiversität Österreich? Es fördert die verstärkte Zusammenarbeit von unterschiedlichsten Stakeholdern aus Wissenschaft, Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft im Bereich Biodiversität & Ökosystemleistungen. Globale Herausforderungen erfordern die Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen, sowie umfassende gesellschaftliche Partizipation. Nur dann ist es möglich geeignete Antworten auf die drängenden Probleme der Zeit zu finden.

Das Netzwerk Biodiversität Österreich möchte hier den geeigneten Rahmen bieten, und ist deshalb offen für alle interessierten Personen und Institutionen, deren Ziel die Stärkung der Biodiversität und ihren Ökosystemleistungen in Österreich ist. Momentan wird zum Beispiel an einem Biodiversitäts-Atlas für Österreich gearbeitet.

Mehr zum Thema Netzwerk Biodiversität Österreich

Rosenkäfer

Neues Zuhause für Amphibien – was lange währt wird endlich gut!

Mitte Dezember war es nun endlich soweit, im Schiltenbergwald im Südosten von Linz wurde unter der Leitung der Naturkundlichen Station in Zusammenarbeit mit dem Garten- und Landschaftsbau des Magistrats ein neues Laichgewässer für Amphibien ausgebaggert. Der gut 85 Quadratmeter große Teich wurde in zwei Ebenen mit 1,5 und 2 Meter Tiefe angelegt, damit er für verschiedene Amphibienarten als Laichgewässer attraktiv ist. Vor allem die Erdkröten (Bufo bufo) sollen hier ein neues Zuhause finden, da ihr ehemals guter Bestand in diesem Gebiet in den letzten Jahren stark eingebrochen ist. Dieser Umstand ist wahrscheinlich auf die schlechte Qualität des derzeitigen, direkt an der Autobahn gelegenen, Laichgewässers zurückzuführen. Bis sich die Kröten an das Ersatzgewässer gewöhnt haben, werden wie gewohnt im Frühjahr an der Mönchgrabenstraße Amphibienzäune aufgestellt. Die eingesammelten Kröten werden dann zu ihrem neuen Heim gebracht.

Die Stechpalme grünt nicht nur zur Sommerszeit

Als immergrüner Strauch oder kleiner Baum ist die Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium) eine echte Besonderheit unter den heimischen Laubgehölzen. Mit ihren rot gefärbten Früchten zieht sie vor allem im Winter die Blicke auf sich. Für uns Menschen sollte es auch beim Augenschmaus bleiben, da die kleinen Steinfrüchte für uns giftig sind. Amseln und Drosseln fressen sie allerdings sehr gern. Die leicht frostempfindliche Pflanze bevorzugt milde, feuchte Winter und ist dadurch eine Profiteurin der Klimaerwärmung. Bereits in vorchristlicher Zeit wurde die Stechpalme verehrt, stehen ihre immergrünen Blätter doch seit jeher für Unvergänglichkeit, Tod und Wiedergeburt und noch heute ist es in Nordeuropa und Nordamerika Brauch, das Haus zu Weihnachten mit Stechpalmenzweigen zu schmücken.

Mehr zum Thema Stechpalme

Das neue ÖKO.L-Heft ist da!

Im vierten und letzten Heft des Jahres 2020 finden Sie auf 36 Seiten wieder interessante und aktuelle Artikel zu den Themen Ökologie, Natur- und Umweltschutz. Michael Hohla beschäftigt sich mit dem Ordnungswahn, der sich zunehmend in unseren Gärten breitmacht, obwohl er darin nichts verloren hat, denn wilde Gärten lassen nicht nur uns entspannen, sondern bieten auch Lebensraum für viele Organismen. Den Wert von Dachbegrünungen hat Gregor Auinger im Zuge seiner Diplomarbeit genauer unter die Lupe genommen und auf den Linzer Gründächern 139 Gefäßpflanzenarten, darunter 12 gefährdete Spezies, gefunden. Den Knoblauchkröten im Mühlviertel widmet sich Werner Weißmair in seinem Artikel und Helmut Steiner berichtet über ein erfolgreiches Steinkauz-Schutzprojekt im Most- und Traunviertel. Den Abschluss macht ein Bericht von Christine und Stefan Resch und Gernot Neuwirth, indem die Ergebnisse zu den Kleinsäugern des Citizen Science Projekt „Die Säugetiere Oberösterreichs erleben und erheben“ vorgestellt werden. Sie sehen, unser Heft ist wieder prall voll mit spannenden Artikeln!

Mehr zum ÖKO.L-Heft 4/2020

Bäume im Winter – die Borke verrät die Art

Im Winter sind die meisten Laubbäume, abgesehen von Eiche und Hainbuche, auf denen sich noch lange die verwelkten Blätter halten können, kahl. Es ist daher in dieser Jahreszeit gar nicht so leicht herauszufinden, welche Baumart man gerade vor sich hat. Möchte man es aber trotzdem wissen, kann man sie mit Hilfe der äußeren Rinde, der Borke, bestimmen. An älteren Bäumen lassen sich die arteigenen Muster besser erkennen als an ganz jungen. Es erfordert etwas Übung und man muss genau hinschauen, um die Unterschiede in Farbe und Form zu erkennen, aber es macht Spaß und bringt Abwechslung in winterliche Spaziergänge. 

Mehr zum Thema Borke

Einsame Hummelkönigin

Junge Hummelköniginnen sind die einzigen, die aus ihrem Volk den Winter überleben, alle anderen sterben spätestens im Oktober. Zum Überwintern sucht sie sich einen geschützten Platz in Böschungen, Erdwällen, Höhlen und Mäusenestern, der möglichst schattig gelegen ist, um im Frühjahr nicht zu bald aufzuwachen. Zu dieser Zeit hat die junge Königin bereits ihren Paarungsflug hinter sich und ist befruchtet, auch hat sie sich mit Pollen ordentlich „Speck“ angefressen, um den Winter zu überleben. Damit sich auch bei Minusgraden nicht einfriert, enthält ihr Körper Glycerol.

Mehr zum Thema Überwinterungsstrategien der Hummelköniginnen

Wald in der Krise!

Nur elf Prozent von Österreichs Wald ist natürlich oder sehr naturnah, nur 0,8 Prozent davon sind effektiv geschützt. Hauptverantwortlich für den dramatisch geringen Anteil an artenreichen, klimafitten Naturwäldern ist die intensive Bewirtschaftung. Zu diesem Ergebnis kommt der erste unabhängige Waldbericht für Österreich, beauftragt vom WWF.

Durch die Klimakrise und das Artensterben sind wir besonders auf naturnahe Wälder angewiesen. Gleichzeitig führen die massiven Eingriffe des Menschen mit zu vielen Monokulturen, übermäßigen Entnahmen und Forststraßenbau sowie überhöhten Wildbeständen zu schädlingsanfälligen Wäldern. Übernutzte Wälder sind weder für die Artenvielfalt noch im Kampf gegen die Klimakrise eine große Hilfe. Damit unser Wald seine Funktion als Klimaanlage, Kohlenstoffspeicher und Lebensraum für unzählige Organismen wieder voll und ganz ausüben kann, braucht es ein auf Ökologie ausgerichtetes Fördersystem und einen effektiven Schutz für die letzten Naturwälder.

Mehr zum Thema im WWF-Bericht "Wald in der Krise" (PDF | 4,8 MB)

Kleine Tanne wächst auf bemooster Rinde.

Frostspanner – der Falter, der aus der Kälte kommt!

Schmetterlinge im Winter? Gibt es denn so was? Fast alle unsere einheimischen Schmetterlinge sind zwar im Winter inaktiv und begeben sich in einem ihrer Entwicklungsstadien, meist als Ei, Raupe oder Puppe, in Winterstarre. Bei manchen Arten wie dem Kleinen Fuchs oder dem Zitronenfalter überwintern die erwachsenen Tiere. Aber es gibt sie, Schmetterlinge, die bei frostigen Temperaturen erst so richtig auf Touren kommen und deren Männchen sich auf „Freiersflügeln“ kilometerweit zu den begehrten Weibchen aufmachen. Diese sitzen in den Baumkronen und weisen ihnen mit verführerischen Sexuallockstoffen, den sogenannten Pheromonen den Weg. Es sind der Kleine und der Große Frostspanner. Bei Gärtnern sind sie nicht immer beliebt, da sich die Raupen gerne an Obstgehölzen gütlich tun und dabei schon mal ganze Bäume kahl fressen können. In der Regel verkraftet der Baum das aber.

Wenn Ihnen diese Falter oder auch andere Tiere auf Ihren Spaziergängen oder in Ihrem Garten in Linz vor die Linse kommen, melden Sie diese doch im Rahmen des Projektes „Linz tierisch“.

Mehr zum Thema Frostspanner

Frostspanner

Winter-Wasservogelzählung in Linz

Mit den Wasservogelzählungen werden die Bestände durchziehender und überwinternder Wasservögel erfasst. Die Naturkundliche Station beteiligt sich bereits seit 1983 an diesem österreichweiten Citizen Science Projekt, das von BirdLife Österreich organisiert wird. Jede Saison werden von einem Mitarbeiter der Naturkundlichen Station von September bis April einmal im Monat 17 Zählgewässer mit mehreren Zählabschnitten im Stadtgebiet von Linz begangen. In erster Linie werden Taucher, Reiher, Kormorane, Enten, Gänse und Blässhühner erhoben, aber auch Seeadler, Watvögel, Möwen, Eisvogel und einige Singvögel mit starkem Wasserbezug.

Mehr zur Winter-Wasservogelzählung

Blässhuhn im Wasser

Fledermäuse - fliegen mit den Händen und sehen mit den Ohren!

In Oberösterreich sind 25 Arten, dieser faszinierenden Tiergruppe heimisch. 28 Arten sind es übrigens in ganz Österreich, auch in Städten wie Linz fühlen sich einige Fledermäuse so wohl, dass sie sich dauerhaft ansiedeln können. Wo es große Bäume mit Baumhöhlen, alte Häuser mit großen Dachböden, Ritzen, Spalten und Höhlen sowie ein reiches Angebot an Insekten gibt, finden sich die lautlosen Jäger der Nacht gerne ein. Im Moment ist es draußen nicht immer sehr einladend und auch die meisten Fledermausarten halten schon Winterschlaf, eine gute Gelegenheit also sich über die kleinen Insektenfresser zu informieren. Das Wiener Interreg-Projekt City-Nature hat zu diesem Thema spannende Podcasts für Groß und Klein entwickelt.

Zu den Podcasts von City-Nature

Bienenpodcast – Was Sie schon immer über Bienen wissen wollten!

Bienen, egal ob Honigbienen oder deren wilde Verwandte, von denen es in Österreich übrigens knapp 700 verschiedene Arten gibt, sind spätestens seit den häufiger werdenden Berichten über „das Bienensterben“ ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Nutzen Sie doch die nebligen Tage im Lockdown, um sich auf kurzweilige Weise via Podcast über die pelzigen Brummer und ihre erstaunlichen Leistungen zu informieren. Auf www.bienenpodcast.at gibt es jedes Monat eine neue Sendung, welche die verschiedensten Aspekte rund um die Bienen beleuchtet und auch angrenzende Themengebiete miteinbezieht. Die Sendungen können kostenlos heruntergeladen werden. Aktuell geht es um die Wildbienen! Ist Ihr Interesse geweckt, dann hören Sie doch gleich rein in die Folge Nr. 62.

Wintergäste – Für manche Vogelarten ist bei uns der Süden!

Beim Spaziergang oder im eigenen Garten werden Sie vielleicht schon den einen oder anderen winterlichen Gastvogel entdeckt haben, der bei uns eine Zeitlang sein Quartier aufschlägt. Den Sommer verbringen diese Vögel im hohen Norden Europas und Asiens, wird es dort jedoch kälter, kommen sie zu uns, um hier den Winter zu verbringen. Das liegt nicht nur an den milderen Temperaturen, sondern auch am reicheren Nahrungsangebot. Längeres Tageslicht bietet zudem mehr Zeit für die Futtersuche. Bergfink, Erlenzeisig und Wacholderdrossel kommen auch gerne ans Futterhäuschen und können dort aus nächster Nähe studiert werden.

Wenn Ihnen Wintergäste oder auch andere Tiere auf Ihren Spaziergängen oder in Ihrem Garten in Linz vor die Linse kommen, melden Sie diese doch im Rahmen des Projektes „Linz tierisch“.

Mehr zum Thema Vögel als Wintergäste

Wacholderdrossel

Flüsse und Auwälder – Hotspots der Biodiversität!

Flüsse und Auwälder wären grundsätzlich wertvolle Lebensräume. Es verfehlen derzeit jedoch rund 60 % aller natürlichen Gewässer in Österreich einen guten ökologischen Zustand. Bei circa einem Drittel des heimischen Gewässernetzes (das sind ca. 9.400 km) ist dies vor allem auf Belastungen als Folge des technischen Hochwasserschutzes und der Wasserkraftnutzung zurückzuführen. Rund 30 % unserer Fließgewässer sind von signifikanten strukturellen Veränderungen an Ufer und Sohle betroffen. Im Schnitt gibt es je Flusskilometer ein künstliches Wanderhindernis, also insgesamt 30.000 in Österreich. Diese sind zu rund 70 % auf flussbauliche Maßnahmen im Rahmen des Hochwasserschutzes zurückzuführen.

Doch es geht auch anders! Das beweist der sogenannte "integrative Hochwasserschutz", der technische und ökologische Maßnahmen zusammenbringt und so für den Schutz wertvoller Lebensräume sowie gleichzeitig für besseren Hochwasserschutz sorgt. Das Projekt „Streamland“ unter der Leitung des Umweltdachverbandes zeigt konkrete Maßnahmen und setzt diese auch um.

Mehr zum Thema in der Publikation "Flüsse gemeinsam gestalten" (PDF | 3,5 MB) 

Fluß mit Kiesufer

Säugetiere Oberösterreichs erleben und erheben

– unter diesem Titel startete 2017 der Naturschutzbund mit seinen Partnern Land Oberösterreich, dem Naturschutzbund Oberösterreich, dem Oö. Landesmuseum, apodemus und KFFÖ (Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich) ein Projekt, das dazu aufrief, die heimischen Säugetierarten kennenzulernen, sie zu beobachten und auf www.naturbeobachtung.at zu melden. 2020 hat das Projekt nun seinen Abschluss gefunden und die Ergebnisse können sich sehen lassen, knapp 800 Meldungen von Kleinsäugern sind in dieser Zeit eingegangen, die Hausmaus (Mus musculus) wurde jedoch nur einmal gemeldet.

Mehr zum Thema Säugetiere Oberösterreichs

Fledermaus im Winterschlaf

Alle bei uns heimischen Fledermausarten sind an den Wechsel von Warm- und Kaltperioden angepasst. Die kalte Jahreszeit von Anfang November bis Ende März verschlafen sie, da sie in dieser Zeit nicht genügend Nahrung finden. Auf dem Speiseplan unserer Fledermäuse stehen ausnahmslos Insekten und die sind im Winter Mangelware. Um gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen, müssen sich die Fledermäuse genügend Speck anfressen und geeignete Quartiere finden, in denen sie nicht gestört werden. Mit 20 bis 30 Prozent über ihrem Normalgewicht sollten sie daher in den Winterschlaf starten. Während dieser Zeit wird die Körpertemperatur auf drei bis fünf Grad Celsius abgesenkt, Herzschlag, Atmung und Stoffwechsel werden auf ein Minimum reduziert. Wachen die Tiere während dieser Zeit ungeplant auf, kostet sie das viel Energie und kann sogar zum Tod führen.

Mehr zum Thema Fledermaus im Winterschlaf

Hagebutten - Ein Männlein steht im Walde...

...ganz still und stumm! Diese Zeile eines bekannten Volksliedes kennt fast jeder, auch wenn darin die Beschreibung der Hagebutte nicht ganz der Wahrheit entspricht. Hagebutten, beziehungsweise die Wildrosen, deren Früchte sie sind, stehen kaum „im Wald allein“, sondern sind oft gesellig in Hecken und an Waldrändern anzutreffen. Die häufigste Wildrose ist bei uns die Hecken- oder Hundsrose (Rosa canina), die bis weit in den Winter hinein ihre leuchtend roten Früchte zeigt und so auch nach dem Abfallen der Blätter noch für hübsche Farbtupfer sorgt. Nicht nur Vögeln wie Finken, Drosseln und Zeisigen schmecken die süßsauren Früchte, auch wir Menschen nutzen sie gerne, enthält doch ein Kilogramm Früchte rund fünf Gramm Vitamin C.

Mehr zum Thema Hagebutten

Hagebutten der Hundsrose

Österreich an vorletzter Stelle im EU-weiten Naturschutz-Ranking

Mit seinen rund 68.000 Arten ist Österreich das artenreichste Land Mitteleuropas, da hier sehr viele verschiedene und unterschiedliche Lebensräume wie die Alpen, die Pannonische Ebene oder auch Südkärnten aufeinandertreffen. Diese Vielfalt ist jedoch durch intensive Land- und Forstwirtschaft, extrem hohen Flächenverbrauch und den Verbau von Flüssen stark bedroht. Hinzu kommt noch der Klimawandel, dessen Auswirkungen wir in den letzten Jahren immer stärker zu spüren bekommen. Alle diese Faktoren führen dazu, dass 83 % aller Arten in mangelhaften oder schlechtem Zustand sind.

Um die momentane Situation der Tier- und Pflanzenarten genau zu erfassen und zu verbessern, hat das Klimaschutz- und Umweltministerium die Einrichtung eines Biodiversitäts-Fonds angekündigt, der im ersten Jahr 2021 im Rahmen des Klimaschutz-Budgets mit fünf Millionen Euro dotiert sein wird. Forschung und Monitoring sowie Bewusstseinsbildung sollen dabei die Schwerpunkte bilden.

Mehr zum Thema Naturschutz in der EU

Pfaffenhütchen – farbenfroher Star im Herbst und Winter

Das Pfaffenhütchen oder auch Pfaffenkapperl verdankt seinen Namen den orangeroten Kapselfrüchten, die einem Birett, einer Kopfbedeckung katholischer Geistlicher, sehr ähnlich sehen. Während der Strauch im Frühling und Sommer eher unscheinbar ist, zeigt er sich jetzt im Herbst in seiner ganzen Pracht. Die Blätter verfärben sich orangerot, während die Rinde der Äste auffallend grün bleibt. Zusammen mit den rosa-orangeroten, bis tief in den Winter hinein an den Ästen hängenden Früchten, bringt das Pfaffenkapperl bunte Farbtupfer in die grauer werdende Landschaft und wird daher gern als Ziergehölz gepflanzt. Für uns Menschen in allen Teilen giftig, wird der auch als Rotkehlchenbrot bezeichnete Strauch von vielen Tieren genutzt. Vor allem Vögel wie Drosseln, Elstern und eben Rotkehlchen schätzen die Früchte als Winternahrung.

Mehr zum Thema Pfaffenhütchen

Orangerot gefärbte Kapselfrüchte

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