Aktuelle Infos der Naturkundlichen Station

Die Naturkundliche Station hat ein breitgefächertes Aufgabengebiet, das von Grundlagenforschung über Planungs- und Naturschutzpraxis bis hin zur Umweltbildung reicht. Dementsprechend vielfältig sind auch unsere Projekte und Tätigkeiten. Die neuesten wollen wir Ihnen auf dieser Seite immer vorstellen. Zusätzlich finden Sie hier Verweise auf unsere aktuellsten Artikel zur Linzer Pflanzen- und Tierwelt.

Wespenspinne – imposante Erscheinung in schwarz-gelb

Entlang den Hochwasserschutzdämmen von Traun und Donau oder an anderen wärmebegünstigten Stellen in Linz ist diese große, auffällig gefärbte Spinne häufig zu beobachten. Die ursprünglich im südlichen Europa beheimatete Spinnenart konnte sich in den letzten 50 Jahren stark ausbreiten und wird immer wieder mit der Klimaerwärmung in Verbindung gebracht, was aber nur zum Teil stimmt. Natürlich profitiert sie als wärmeliebende Art von den warmen, trockenen Sommern und den immer milderen Wintern, es haben sich jedoch in den letzten Jahrzehnten auch vermehrt geeignete Lebensräume wie Gärten und Straßenböschungen für sie ergeben.

Weitere Infos zu dieser hübschen Spinne

die gelb-weiß-schwarz gestreifte Wespenspinne in ihrem Netz

Linz auf Schusters Rappen erkunden! Linz von Berg zu Berg - Teil 1

„Surfen“ auf Landschaftswellen von Rufling nach Linz

Los geht’s mit der West-Ost-Durchquerung des Gemeindegebietes der Landeshauptstadt und etwas darüber hinaus. Als Ausgangspunkt fungiert das historische Haus „Jäger im Kürnberg“, dass wir mit der Linie 17, Haltestelle „Am Dürrweg“, erreichen. Zuerst einmal marschieren wir zum Kürnberger Wald hinauf. Nach dem Waldspaziergang öffnet sich der Blick wieder ins Freie und wir stehen vor der reich strukturierten Leondinger Kulturlandschaft, von der aus wird ins Hainzenbachtal hinabsteigen. Nach einem weiteren Tauziehen mit der Schwerkraft erreichen wir die Höhe der Turmlinie und marschieren an einem der Maximilianischen Türme vorbei, um danach wieder hinunter zu wandern, diesmal ins Zaubertal, von wo aus wir die Glashäuser der Stadtgärtnerei erblicken. Dann noch eine Erhebung: Der Freinberg, den wir über das Arboretum erreichen, bietet eine gute Gelegenheit zur Rast, bevor wir uns in die die Niederungen des Stadtzentrums begeben. Dort erwartet uns zu guter Letzt noch ein Anstieg zu unserem Ziel, dem Linzer Schlossberg. 

Die gesamte Streckenbeschreibung und weitere Wanderungen finden Sie auf unserer Seite "Naturkundliche Wanderungen"

Blick über die Donau zum Linzer Schloss

Glücksfall für die Natur!

Eine wechselfeuchte Mulde auf dem Gelände der Johannes-Kepler-Universität, die nach Regenfällen zeitweise mit Wasser gefüllt ist und nur schwer bewirtschaftet werden konnte, wurde nun in einem Gemeinschaftsprojekt naturnah umgestaltet. Rasenmähen war auf der feuchten Wiese schon immer schwierig, denn es konnte nur gemäht werden, wenn die Mulde trockengefallen war. Damit ist jetzt Schluss. Mitarbeiter*innen der Abteilung Stadtgrün und Straßenbetreuung Linz Nord haben nun gemeinsam mit der JKU die Fläche mit heimischen Arten naturnah gestaltet. Pflanzen wie Mädesüß und Blutweiderich, der schon in voller Blüte steht, sind ideal an wechselfeuchte Bedingungen angepasst und entwickeln sich prächtig, außerdem sind sie wahre Magneten für blütenbesuchende Insekten und der Pflegeaufwand wird deutlich geringer. Eine Win-win-Situation für Mensch und Natur. Danke für diese Aufwertung!

Das neue ÖKO.L-Heft 1+2/2022 ist da!

Lassen Sie sich gerne stören? Wohl eher nicht – wer mag das schon? Der Begriff „Störung“ ist normalerweise nicht sonderlich positiv besetzt und wird meist mit Beunruhigung, Behinderung oder Belästigung in Verbindung gebracht. In der Ökologie ist das jedoch anders. Das erste ÖKO.L des Jahres 2022 beschäftigt sich in seiner nicht weniger als 100 Seiten starken Doppelausgabe schwerpunktmäßig mit Störungen, die für die Natur positive Auswirkungen mit sich bringen. Steinbrüche, Schotter-, Sand- und Lehmgruben – künstliche Rohstoff-Abbauflächen – in denen Prozesse ablaufen, die in unserer regulierten Landschaft immer seltener werden. Sie sind aber für viele Spezialisten unter den Tier- und Pflanzenarten, wie Uferschwalben oder Hügel-Mehlbeere überlebenswichtig.

Nutzen Sie also die kommenden Sommerwochen und schmökern Sie in unserem hochinteressanten Magazin.

Ausführliche Inhaltsangabe und Informationen zur Bestellung ÖKO.L-Heft 1+2/2022

Dieses Jahr schon gesehen? Dolchwespen

– Bis zu zwei Zentimeter groß, dunkle Flügel, schwarzer Körper mit gelben Ringen oder Flecken, sie fallen schon allein durch ihre Größe und Färbung auf. Diese wärmeliebende Insektenfamilie ist weltweit verbreitet, wobei ihr Schwerpunkt in den Tropen und Subtropen liegt. In Österreich kommen aktuell vier Arten vor, zwei davon sind auch in Oberösterreich beheimatet und zum Beispiel im Botanischen Garten Linz oder der Pleschinger Sandgrube zu finden: die Borstige Dolchwespe (Scolia hirta) und die Kleine Dolchwespe (Scolia sexmaculata). In Gärten können sie an warmen Tagen auf Blüten oder auch in der Nähe von Komposthaufen oder Gemüsegärten beobachtet werden, wo die Weibchen nach Rosenkäferlarven Ausschau halten.

Mehr Infos zu diesen spannenden Insekten

Die Dolchwespe trägt gelbe Ringe am schwarzen Körper.

Wird es ein Distelfalterjahr?

Derzeit sieht es ganz danach aus. War der Distelfalter die letzten Jahre eher ein seltener Gast, kann man den hübschen Weitwanderer derzeit immer öfter beobachten. Beim Distelfalter handelt es sich um einen Wanderfalter, der fast weltweit anzutreffen ist. In vielen Gegenden fliegen die Falter jedoch lediglich ein. Das Zugverhalten der Distelfalter birgt noch viele Geheimnisse. Es ist allerdings bereits bekannt, dass die Tiere sich den Wind zunutze machen und sich von ihm tragen lassen. Diese Strategie ist kräfteschonend und ermöglicht es den Schmetterlingen, weite Strecken zurückzulegen. Ob 2022 wirklich wieder ein Distelfalterjahr wird, lässt sich nur dank engagierter Citizen Scientists herausfinden! Melden Sie daher bitte Ihre Sichtungen unter www.naturbeobachtung.at.

Weitere Infos zum Distelfalter

Margerite – die Wiesenblume par excellence!

Wiesen, auf denen die gelb-weißen Blüten der Margeriten sanft über dem Grasteppich zu schweben scheinen, künden vom nahen Sommer und sind häufig in Gesellschaft von Kuckucks-Lichtnelken, Witwenblumen sowie Glockenblumen anzutreffen. Die körbchenförmigen Blütenstände bestehen aus den gelben Röhrenblüten und den weißen Zungenblüten. Auf Grund ihrer Form bieten sie Nahrung für eine Vielzahl von Insekten wie Wildbienen, Wespen, Fliegen, Käfer und Tagfalter. Die heimische Wildblume ist sehr genügsam und blüht von Mai bis Oktober, obwohl sie mehrjährig und auch winterhart ist, zählt sie zu den kurzlebigen Stauden. Damit sich eine artenreiche Blumenwiese entwickeln kann ist es wichtig, dass sie nur zweimal im Jahr gemäht wird und sich die Pflanzen aussäen können. Das Mähgut bleibt dazu einige Tage auf der Fläche liegen, ehe es abtransportiert wird. Die jungen Blätter der Margerite können übrigens für Salate oder Brotaufstrich verwendet werden.

Aktiv für die Artenvielfalt

Die Citizen-Activity-Workshops „Aktiv für die Artenvielfalt“ im Rahmen des stadtökologischen Umsetzungsprogramms sind abgeschlossen – vorerst zumindest. Es waren an vier Terminen jeweils etwa 10 Leute in Linz Süd, Mitte und Nord aktiv. Wir bauten Kleintierhabitate aus Totholz, Sand und Stein, legten Igelverstecke an, bepflanzten Säume mit Frühblühern und wandelten eine Grobschotterfläche/Hitzeinsel in eine blühende Wildpflanzenoase um. Neben den engagierten Freiwilligen wurden die Aktionen vom Geschäftsbereich Stadtgrün und Straßenbetreuung und der Naturkundlichen Station unterstützt. Es wäre schön, wenn die Aktionen weitergeführt werden könnten. Neue Termine, sobald es sie gibt, erfahren Sie hier!

Der Trommelwolf – Spinne des Jahres 2022

- gehört zur Familie der Wolfspinnen und ist nur 5–6 mm groß. Wie die meisten Wolfspinnen baut er kein eigenes Netz, sondern wartet als tagaktiver Lauerjäger auf seine Beute, vornehmlich Insekten. Zur Balz im Frühjahr trommeln die männlichen Tiere mit ihrem Hinterleib auf trockene Blätter und erzeugen dadurch ein auch für den Menschen hörbares, „schnurrendes“ Trommelgeräusch, welches dieser Spinne auch zu ihrem deutschen Namen verholfen hat. Nach der Paarung legen die Weibchen ungefähr 60 Eier in den Kokon, den sie, an den Spinnwarzen angeheftet, mit sich tragen. Nach dem Ausschlüpfen halten sich die Jungtiere am leeren Kokon fest. Ausgewachsen kommt der Trommelwolf von März bis November vor, wobei die Männchen meist nach der Paarung sterben, die Weibchen aber oft noch den Winter überdauern können. Der Trommelwolf bevorzugt nasse Habitate und ist daher nur in ausgewählten, naturnahen Standorten wie etwa in Mooren, Sumpf-, Nass- und Feuchtwiesen oder in feuchten (Schlucht-)Wäldern anzutreffen. Durch die zunehmende Bedrohung und Zerstörung vieler ihrer bevorzugten Lebensräume steht diese Spinnenart auf der Roten Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten. In Österreich gilt sie als vom Aussterben bedroht.

Weitere Infos zur Spinne des Jahres 2022

Vierblättrige Einbeere – Die Blume des Jahres 2022

Mit der Wahl der Einbeere soll auf den Schutz von alten, wilden und naturnahen Wäldern als artenreichen Lebensraum aufmerksam gemacht werden. Als typische Schattenpflanze ist die Einbeere in krautreichen Eichen- und Buchenwäldern sowie in Au- und Nadelmischwäldern zu finden. Die Pflanze selbst wird etwa zwischen 10 und 40 cm hoch und an ihrem aufrechten, kahlen Stängel befindet sich, wie ihr wissenschaftlicher Artname schon vermuten lässt, ein vierzähliger Blattquirl. Nach der Blütezeit von Mai bis Juni bilden die zum Teil windbestäubten Pflanzen bis September jeweils eine blauschwarze Beere aus. Anders als für Vögel, sind die Früchte für uns Menschen giftig. Die darin enthaltenen Inhaltsstoffe – Glykoside und Saponine – schützen die Pflanzen zum Beispiel vor Pilzerkrankungen.

Weitere Infos zur Pflanze des Jahres 2022 im Magazin des Naturschutzbundes OÖ, Seite 11 (PDF, 1.970 KB)

die schwarze Beere sitzt in einem kleinen Kelch von Blättern

Linz auf Schusters Rappen erkunden! Von Nord nach Süd - 3. Etappe

Gstätten, Gärten, Parklandschaft. Vom ehemaligen Frachtenbahnhof durch den Wasserwald nach Auwiesen

Die dritte Etappe unserer Linz-Durchquerung führt uns zwischen Bahngleisen durch trockene, nährstoffarme Standorte, wo sich jene Pflanzen, die sich in diesem kargen Lebensraum behaupten können, einen klaren Vorteil gegenüber ihren Konkurrenten verschaffen können. Darunter finden sich botanische Besonderheiten, die das Herz biologisch Interessierter höherschlagen lassen. Doch wir treffen auf dieser Wanderung nicht nur auf „Gstätten“, sondern auch auf viele Gärten und ausgedehnte Parklandschaften. Sie werden überrascht sein, in welchem Ausmaß es Naturflächen im Geflecht der Gebäude und Straßen des urbanen Ballungsraumes zu entdecken gibt.

Die gesamte Streckenbeschreibung und weitere Wanderungen finden Sie auf unserer Seite "Naturkundliche Wanderungen"

Üppig bepflanzter Hausgarten.

Die Mehlschwalbe – Vogel des Jahres!

Sie ist eine typische Bewohnerin unserer Dörfer und Städte. Ihre Bestandszahlen haben sich jedoch in den letzten 20 Jahren halbiert, hervorgerufen durch Bodenversiegelung, Sanierungsmaßnahmen an Häusern, intensive Landwirtschaft und immer weniger fliegenden Insekten. In Linz kommt diese kleine Schwalbe in der Stadt noch in einem winzigen Restbestand vor, beziehungsweise konnten bei einer Begehung im Rahmen des gerade laufenden ökologischen Umsetzungsprogramms noch Nester gefunden werden. Mit der Anbringung von Kunstnestern an Gebäuden soll die Schwalbenpopulation unterstützt werden, zusätzlich brauchen die geschickten Insektenjäger natürlich genügend Futterquellen.

Mehr Infos zu diesem hübschen schwarz-weißen Vogel

Sandarium – Hilfe für bodenbewohnende Wildbienen!

In Oberösterreich gibt es die Honigbiene und wer hätte es gedacht  etwa 420 weitere Bienenarten. Zwei Drittel dieser Arten legen ihre Nester im Boden an und sind dabei auf offene, lückige Bodenstellen angewiesen. Der Boden darf dabei nicht zu hart, aber auch nicht zu locker sein, da sonst die Brutröhren in sich zusammenfallen. Wer im eigenen Garten etwas zur Förderung dieser Bodennister und damit etwas für die Artenvielfalt tun möchte, kann ein Sandarium anlegen. Das ist eine mindestens 50 x 50 cm große, fast vegetationslose Fläche an einem sonnigen Standort, die etwa 50 cm hoch mit Sand aufgefüllt ist, der allerdings nicht zu rieselfreudig sein darf.

Eine genaue und detaillierte Anleitung finden Sie hier.

Die Wechselkröte

– Lurch des Jahre 2022 und heimliches Wappentier der Stadt Linz!

Die seltene und in Österreich stark gefährdete Amphibienart ist durch ihr beige-grün geflecktes Tarnmuster und die goldenen Augen nahezu unverwechselbar. Als Steppen- und Pionierart toleriert sie Trockenheit, Hitze sowie auch Kälte und kann sehr schnell neu entstandene Gewässer zum Laichen nützen. In Oberösterreich ist sie auf den wärmebegünstigten Zentralraum konzentriert, jedoch durch Lebensraumverlust stark bedroht. Im Linzer Industriegebiet findet sie zum Teil noch geeignete Lebensbedingungen. Durch Schutzmaßnahmen des Landes , des Naturschutzbundes und der Naturkundlichen Station wird versucht den Standort für die Wechselkröte zu erhalten. Um dieses Ziel zu erreichen, ist auch viel Forschungsarbeit notwendig, die in Linz in bemerkenswerter Weise von Herrn Franz Huebauer und Herrn Werner Weißmair durchgeführt wird. 

Weitere Infos zur Wechselkröte

Nistkästen mit Donaublick!

Die Terrassen des Neuen Rathauses wurden von der Naturkundlichen Station mit Nistkästen ausgestattet. Die Örtlichkeit ist nahezu ideal, da es dort sehr ruhig ist, viele Gehölze wachsen und das ungehinderte Zu- und Abfliegen der Vogeleltern möglich ist. Bei den Nistkästen handelt es sich um Höhlen- und Halbhöhlenkästen, die Kohlmeise, Blaumeise, Haussperling, Kleiber, Star, Hausrotschwanz und auch Bachstelze eine geeignete Kinderstube bieten. Bei Fragen zum Material oder zur richtigen Platzierung von Nistkästen im Garten können Sie sich jederzeit an die Naturkundliche Station wenden.

Weitere Infos zu der Nistkasten-Aktion der Stadt Linz
Quartiere für Wildtiere im Garten

Der Zitronenfalter – Methusalem unter den Schmetterlingen

Einer unserer bekanntesten heimischen Schmetterlinge und noch fast jedem Kind ein Begriff ist der Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni). Er gilt als Frühlingsbote, kann er doch bereits an den ersten milden Tagen des Jahres beobachtet werden. Die überwinternden Tiere paaren sich und die Weibchen legen ihre Eier auf Faulbaum (Rhamnus frangula) und Kreuzdorn (Rhamnus cathartica), den Futterpflanzen der Raupen ab. Die Raupen verpuppen sich nach einigen Wochen an der Futterpflanze und im Juni und Juli schlüpft die nächste Generation an Faltern, die meist kurz darauf in geeigneten Verstecken eine Sommerruhe einlegen, um dann im Herbst wieder bis zur Überwinterung zu fliegen. Zitronenfalter sind somit die langlebigsten, heimischen Schmetterlinge und können bis zu zwölf Monate alt werden.

Weitere Informationen zum Zitronenfalter

Der Wanderfalke – das schnellste Tier der Welt lebt auch in Linz!

Der Wanderfalke (Falco peregrinus) ist einer der bekanntesten und am meisten bewunderten Vögel der Welt, ein meisterlicher Jäger der Lüfte. Dank seines massigen, stromlinienförmigen Körpers kann er sich schneller als alle anderen Lebewesen durch den freien Luftraum bewegen. Der kontrollierte Todesstoß, mit dem er seine Beute in der Luft zur Strecke bringt, gehört sicherlich zu den beeindruckendsten Kollisionen in der Natur. Ein Brutpaar dieser Akrobaten der Lüfte gibt es auch in Linz in der "Urfahrwänd".

Weitere spannende Fakten über den Wanderfalken

Wanderfalke

Lebensraum für Eidechsen und Co!

Im Rahmen des stadtökologischen Umsetzungsprogrammes der Stadt Linz wurden im Arboretum am Freinberg unter der Leitung von Dr. Harald Kutzenberger und DIin Daniela Hofinger (TBK Büro für Ökologie und Landschaftsplanung) gemeinsam mit MitarbeiterInnen des Geschäftsbereichs Stadtgrün und Straßenbetreuung und Studierenden der Universität für Bodenkultur Wien zwei Kleintierhabitate gebaut. Die entstandenen Holz-Sand-Stein-Plätze dienen Zauneidechsen zum Sonnen, zur Eiablage und zum Überwintern. Aber auch andere Tiere wie Wildbienen und Laufkäfer nutzen diese Minihabitate. Wildbienen finden im sandigen Boden und in angebohrten Baumstämmen ideale Nistmöglichkeiten, während Sandlaufkäfer auf den freien Flächen nach anderen Insekten jagen. In den folgenden Monaten kommen weitere dieser Habitate über die Stadt verteilt hinzu.

Wer baut solche Lehmtöpfchen?

Im Winter hat man Zeit den Dachboden auszumisten oder Ecken zu säubern, an die man sonst das ganze Jahr nicht denkt. Bei solchen Putzaktionen bekommt man des Öfteren die aus Lehm gebauten Brutzellen der Orientalischen Mauer- oder Mörtelwespe (Sceliphron curvatum) zu Gesicht. Diese Grabwespenart stammt ursprünglich aus Asien (Nordindien, Nepal) und konnte sich seit den 1980er Jahren in Österreich ausbreiten. Charakteristisch für diese Art sind die freiliegenden Brutzellen, die nicht mit einer weiteren Lehmschicht überbaut werden, wie das bei den anderen bei uns vorkommenden Arten üblich ist. Als Futter für den Nachwuchs werden lebende Spinnen, die durch einen Stich der Wespe gelähmt werden, in die „Töpfchen“ eingebracht. Im Anschluss legt das Wespenweibchen ein Ei darauf und verschließt danach die Brutzelle. Den Winter verbringen die Tiere als Puppe oder schon als frischgeschlüpfte Tiere noch sicher verpackt im Kokon in den Lehmtöpfchen, ehe sie diese ab März verlassen. Die Tiere sind für uns harmlos und in keiner Weise aggressiv.

Poster "Nagetiere in Österreich"

Wer sich für Tiere im Allgemeinen und für Nagetiere im Speziellen interessiert, für den ist das neue Poster des Naturschutzbundes ein Muss. Alle Nagetiere Österreichs auf einen Blick - ideal für Naturfreunde, Studenten und Schulen.

In Kooperation mit apodemus, Universität Wien und designaustria. Projektleitung und Idee: Thomas Filek. Format DIN-A1 (59 x 84 cm) gefaltet auf DIN-A4, Preis: € 15,- zzgl. € 2,70 Versandkosten, Bestellung beim Naturschutzbund : Telefon: +43 732 77 92 79 oder per Email

Bienenfreundlicher Vorgarten

Ganzjährig und üppig blühende Staudenbeete, Vogeltränken und Totholzhaufen: All das hätte in den meisten Vorgärten Platz und würde Insekten wie zum Beispiel (Wild)Bienen, Vögel und andere Kleintiere erfreuen. Leider ist die Realität jedoch oft eine andere: Ein oder zwei PKW-Stellplätze, Schotterflächen mit ein paar Grasbüscheln und vielleicht noch ein Kirschlorbeer, der ein unbeachtetes Dasein fristet. So trist und wenig einladend sieht es heutzutage oft zwischen Grundstücksgrenze und Haustüre aus. Blumenbeete und spannende Naturelemente findet man erst, wenn man durch das Haus in den eigentlichen Garten gebeten wird. Doch das lässt sich leicht ändern. Jetzt im Winter ist die beste Zeit für Neuplanung Ihres Vorgartens.

Tipps für die Anlage eines Vorgartens

Natur des Jahres 2022

Mit der Ernennung von verschiedenen Organismen wird Bewusstsein für eine bestimmte Art oder einen Lebensraum geschaffen und unter anderem auf Gefährdungen aufmerksam gemacht. Zum Tier des Jahres ist heuer der Eurasische Luchs (Lynx lynx) gekürt worden. Mit seinen unverkennbaren Pinselohren und dem kurzen Schwanz gehört er neben Braunbär, Wolf und Vielfraß zu den großen Beutegreifern Europas. Lange Zeit war er in Österreich und ganz Mitteleuropa aufgrund von direkter Verfolgung und Lebensraumverlust ausgestorben. Dank verschiedener erfolgreicher Wiederansiedlungsprojekte seit den 1970er Jahren ist er in manchen Regionen Österreichs wieder heimisch. Die Luchse in Oberösterreich leben im Mühlviertel und in der Region Nationalpark Kalkalpen. Für ein langfristiges Überleben des Luchses braucht es weitere aktive Unterstützungsmaßnahmen.

Weitere Infos zur Natur des Jahres

Das Leben wilder Bienen

Es gibt sie, wildlebende Völker der Honigbiene ohne Betreuung durch Imker oder Imkerinnen. Diesem wenig bekannten Umstand widmet sich der amerikanische Bienenforscher Prof. Thomas D. Seeley in seinem neuen Buch und gibt dabei einen umfassenden Einblick in das Leben wilder Honigbienen – wie sie ihre Nester anpassen, Futterplätze auswählen und Resistenzen gegen Krankheiten entwickeln. Er zeigt auch die Unterschiede zu bewirtschafteten Bienenvölkern auf. Sein Hauptaugenmerk liegt zwar auf den wildlebenden Bienen im Nordosten der USA, nichts desto trotz ist dieses Buch eine empfehlenswerte Lektüre für alle Bieneninteressierten, da es eine Vielzahl von Fragen über die natürlichen Lebens- und Verhaltensweisen von Apis mellifera beantwortet.
352 Seiten, zahlreiche Farbfotos, Preis: € 30,80; Stuttgart, Hohenheim: Eugen Ulmer Verlag, 2021; ISBN 978-3-8186-1335-8
 

Buchcover: Das Leben wilder Bienen

Fische, Krebse & Muscheln in heimischen Seen und Flüssen

Dieses Buch von Wolfgang Hauer gibt einen sehr guten Überblick über die heimischen und zugewanderten beziehungsweise eingeschleppten Fischarten, ihre Merkmale, ihre Verbreitung und Biologie. Ebenso gelungen ist der Teil über die Großkrebse. Für nicht Fachleute ist es erstaunlich, dass in Österreich so viele Arten vorkommen, obwohl nicht alle heimisch sind. Die größeren, gut unterscheidbaren Muschelarten werden ebenfalls ausführlich vorgestellt und anschaulich beschrieben. Eine klare Empfehlung für alle am Leben im Wasser Interessierten!
Überarbeitete und erweiterte Auflage, 244 Seiten, 364 Farbabbildungen, Preis: € 29,90; Graz: Leopold Stocker Verlag, 2020; ISBN 978-3-7020-1897-9

Noch mehr Informationen zum Buch

Buchcover

Nützlinge im Garten fördern. Schmetterlinge, Wildbienen, Singvögel & Co

Ein rundum gelungenes Buch von Sofie Meys, das viele verschiedene Tiergruppen vorstellt, die mit ein bisschen gutem Willen unsererseits, ein Zuhause im heimischen Garten finden können. Dem Thema Nisthilfen wird viel Platz eingeräumt und ebenso der tierfreundlichen Bepflanzung. Manche Themen wie das ganzjährige Füttern von Vögeln werden von allen Seiten beleuchtet, so dass sich jeder selbst eine Meinung bilden kann. Das ist ein neuer und guter Ansatz.
176 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, Preis: € 19,90; Graz, Leopold Stocker Verlag, 2021, ISBN 978-3-7020-1929-7
Noch mehr Informationen zum Buch

In loser Abfolge wollen wir Ihnen ab jetzt immer wieder Bücher vorstellen, die uns sehr gut gefallen und die wir bereits im ÖKO.L rezensiert haben. Vielleicht ist ja auch ein passendes Weihnachtsgeschenk dabei!

Buchcover - Fotos von Blaumeise, Igel und Biene

Kein Torf im Garten!

Im Garten braucht es keinen Torf!

Fruchtbare Erde entsteht, wenn der Boden ausreichend mit Kompost versorgt, schonend gelockert und mit organischem Material wie Rasenschnitt oder klein gehäckseltem Strauchschnitt gemulcht wird. In Fertig-Substraten aus dem Gartencenter, die für Garten oder für Topf- und Zimmerpflanzen geeignet sind, versteckt sich oft Torf, auch wenn „BIO“ draufsteht, kann er enthalten sein, da die EU-Bio-Verordnung den Einsatz von Torf nicht verbietet. Nur wenn Sie die Aufschrift „torffrei“ auf der Verpackung finden oder sich durch einen Blick auf die Inhaltsstoffe im Kleingedruckten versichert haben, dass kein Torf enthalten ist, sollten Sie die Erde kaufen. Torfabbau zerstört unwiderruflich Feuchtlebensräume und sorgt damit für den Verlust von Arten. Mit torffreier Erde tragen Sie außerdem zum Klimaschutz bei, da in Mooren 30 % des gesamten vorkommenden terrestrischen Kohlenstoffs gespeichert ist, der durch Torfabbau wieder freigesetzt wird.

Spaten in dunkler Erde

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