Aktuelle Infos der Naturkundlichen Station

Die Naturkundliche Station hat ein breitgefächertes Aufgabengebiet, das von Grundlagenforschung über Planungs- und Naturschutzpraxis bis hin zur Umweltbildung reicht. Dementsprechend vielfältig sind auch unsere Projekte und Tätigkeiten. Die neuesten wollen wir Ihnen auf dieser Seite immer vorstellen. Zusätzlich finden Sie hier Verweise auf unsere aktuellsten Artikel zur Linzer Pflanzen- und Tierwelt.

Igel im Endspurt

Die Vorbereitungen auf den Winterschlaf laufen bei unseren stacheligen Freunden auf Hochtouren und manche von ihnen haben sich schon in ein passendes Quartier aus Laub und trockenem Moos zurückgezogen. Für die anderen gilt es, sich noch genügend Winterspeck in Form von Käfern, Regenwürmern, Schnecken und Spinnen anzufressen, von dem sie dann zehren können. In naturnah gestalteten Gärten finden Igel dafür beste Voraussetzungen. Wenn Sie aufmerksam durch den Garten oder über die Felder spazieren, können Sie die stacheligen Gesellen jetzt sogar bei Tag beobachten, denn es wird jede Gelegenheit zum Futtern genutzt. Besonders kleine Igel können Sie mit Futtergaben unterstützen, sodass sie mit einem Gewicht von 600 – 1000 Gramm in den Winterschlaf starten können. Katzenfutter und gekochte Eier schätzen sie sehr. Auf keinen Fall sollten Sie das Futter würzen oder ihnen Milch geben, denn das führt zu starken Verdauungsproblemen.

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Nachhaltige Grabgestaltung

Gerade jetzt vor Allerheiligen werden viele Gräber neu geschmückt und auch bepflanzt. Das Angebot in Supermärkten und Gartencentern ist hierfür schon nahezu unüberschaubar groß. Besonders umfangreich ist das Pflanzensortiment aus der Familie der Heidekrautgewächse, umgangssprachlich als „Erica“ bezeichnet, wobei sich vor allem die Sorten mit gefüllten Blüten oder solchen, bei denen sich die Blüten gar nicht mehr öffnen, größter Beliebtheit erfreuen. Leider bieten diese keinen Nektar und Pollen für unsere Insektenwelt. Pflanzen Sie doch stattdessen das Sommerheidekraut, auch Besenheide genannt. Es bietet Nahrung in Hülle und Fülle. Einige Wildbienenarten fliegen regelrecht darauf. Friedhöfe können bei naturnaher Gestaltung wichtige Rückzugsorte für Wildbienen und andere Insekten sein, weiß der Österreichische Wildbienenrat.

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Pfaffenhütchen – farbenfroher Star im Herbst und Winter

Das Pfaffenhütchen oder auch Pfaffenkapperl verdankt seinen Namen den orangeroten Kapselfrüchten, die einem Birett, einer Kopfbedeckung katholischer Geistlicher, sehr ähnlich sehen. Während der Strauch im Frühling und Sommer eher unscheinbar ist, zeigt er sich jetzt im Herbst in seiner ganzen Pracht. Die Blätter verfärben sich orangerot, während die Rinde der Äste auffallend grün bleibt. Zusammen mit den rosa-orangeroten, bis tief in den Winter hinein an den Ästen hängenden Früchten, bringt das Pfaffenkapperl bunte Farbtupfer in die grauer werdende Landschaft und wird daher gern als Ziergehölz gepflanzt. Für uns Menschen in allen Teilen giftig, wird der auch als Rotkehlchenbrot bezeichnete Strauch von vielen Tieren genutzt. Vor allem Vögel wie Drosseln, Elstern und eben Rotkehlchen schätzen die Früchte als Winternahrung.

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Orangerot gefärbte Kapselfrüchte

Wilde Gärten fördern Vielfalt!

Im Herbst wird der Garten winterfest gemacht, Gartenmöbel, Wasserschläuche und Töpfe werden gereinigt und an frostsicheren Orten verstaut. Pflanzen werden geschnitten, Laub wird entsorgt… Halt, bitte nicht! Zuviel Ordnungssinn zerstört Unterschlupfmöglichkeiten und Nahrungsquellen für Tiere im Winter. Vor allem in abgestorbenen Stängeln von Brombeeren, Brennnesseln und Gräsern überwintern viele Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen. Viele Stauden und Gehölzpflanzen tragen im Winter noch Samen und Beeren, die zum Beispiel dem Stieglitz und vielen anderen Vogelarten als Futter dienen. Entsorgen Sie das herabfallende Laub nicht als Biomüll, sondern sammeln Sie es unter Bäumen und Sträuchern. Laubhaufen werden gerne von Insekten, Asseln und nicht zuletzt von Igeln als Winterquartier genützt. Verschieben Sie daher bitte den Herbstputz aufs Frühjahr, damit es auch im kommenden Jahr in Ihrem Garten summt und brummt.

Das neue ÖKO.L-Heft ist da!

Auf 36 Seiten finden Sie in der aktuellen Zeitschrift der Naturkundlichen Station interessante und aktuelle Artikel zu den Themen Ökologie, Natur- und Umweltschutz. Sie können sich zum Beispiel über die Natur des Jahres 2020 informieren, alle ausgewählten Organsimen werden von Gudrun Fuß in einem kurzen Artporträt vorgestellt, um Bewusstsein für sie und ihren Lebensraum zu schaffen. Über den Schutz der Biodiversität im Wald durch gezielte Managementmaßnahmen berichtet Martin Schwarz von der Stiftung für Natur des Naturschutzbundes. Die Sechsbinden-Furchenbiene, die Hohltaube als einzige Höhlenbrüter-Taube und andere können durch unterschiedliche Eingriffe gefördert werden. Michael Hohla schildert die Geschichte, Bedeutung und Gefährdung unserer Teiche, die zwar künstlich angelegt, zu einem prägenden Element der Kulturlandschaft geworden sind.

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Aktuelle Ausstellung im Wissensturm – Bewusst für Natur

Vier Jahrzehnte ÖKO.L – Zeitschrift der Naturkundlichen Station

ÖKO.L - die Zeitschrift der Naturkundlichen Station der Stadt Linz, erschien im Jahr 2018 im 40. Jahrgang. 1979 vom damaligen Leiter der Station Mag. Gerhard Pfitzner gegründet, hatte sie sich während dieses Zeitraums zu einem der renommiertesten populärwissenschaftlichen Natur- und Ökologiemagazine Österreichs entwickelt. Das Jubiläum wurde mit einer abwechslungsreich gestalteten Ausstellung im Botanischen Garten gefeiert, die von Stadträtin Eva Schobesberger und Univ.-Prof. Dr. Kurt Kotrschal eröffnet wurde.

Bis 30. Oktober 2020 wird die interessante Ausstellung nun im Foyer des Wissensturms gezeigt. Historische Rückblicke werden darin genauso behandelt, wie Highlights und interessante Hintergründe, wie z.B. die beeindruckende Bilanz von 152 publizierten Ausgaben mit fast 900 Artikel und 5.500 Seiten in 40 Jahren! In einer Leseecke kann man in aufliegenden ÖKO.L-Heften – bunt gemischt aus 40 Jahren – blättern und auch Leseproben mitnehmen.

Plakat zur Ausstellung (PDF, 536 KB)

Schlafäpfel - Kinderstuben an Heckenrosen

An Wildrosenzweigen kann man besonders jetzt, durch das lichter werdende Laub, auffällige pflanzliche Wucherungen beobachten: walnuss- bis apfelgroße Ballen, unregelmäßig geformt und wie Moosknäuel aussehend. Im Sommer sind sie grüngelb, später rot und im Winter braunschwarz. Man nennt sie Rosenschlafäpfel. Es handelt sich dabei um Pflanzengallen, die ihren Ursprung einem 3 bis 4 Millimeter großen Insekt verdanken - der Gemeinen Rosengallwespe (Diplolepis rosae). Ihr dienen diese Pflanzengallen als sichere Kinderstuben für ihren Nachwuchs.

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Herbstzeitlose – Giftige Schönheit!

Wer jetzt durch Wiesen und Auwälder streift, kann dort allenthalben leuchtend rosa bis hell-violett blühende Pflanzen, die durch ihre Blütenform stark an Krokusse erinnern, entdecken. Sie sind jedoch mit diesen nur sehr weitschichtig verwandt. Es sind die Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale), die ihre Blüten aus der Erde stecken. Blätter und Früchte werden jedoch erst im kommenden Frühjahr zum Vorschein kommen. Ihrem aus der Zeit gefallenen Lebenszyklus verdanken sie auch ihren Namen. Erfreuen sollte man sich allerdings nur an ihrem Anblick in der Natur. Bitte, nicht pflücken! Es handelt sich um eine, der giftigsten heimischen Pflanzenarten. In der Medizin wird der Wirkstoff Colchicin allerdings erfolgreich gegen starke Gichtbeschwerden eingesetzt.

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Graugänse in Linz

Als Wintergäste sind die Graugänse (Anser anser) traditionell in den östlichen Donauauen im Bereich des Mitterwassers zu finden. Bei der jährlichen Winter-Wasservogelzählung, die von einem Mitarbeiter der Naturkundlichen Station von September bis April im Stadtgebiet durchgeführt wird, sind sie oft in beachtlicher Anzahl von bis zu 100 Stück anzutreffen. Dieses Jahr konnte erstmals auch eine erfolgreiche Brut nachgewiesen werden, wie man an Hand des Fotos gut erkennen kann. Die Graugans-Mutter scheint den Fotografen skeptisch zu beäugen, während sich ihre fünf Jungen von ihm nicht beim Fressen stören lassen.

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Linz tierisch – erste Ergebnisse

„Linz tierisch“ ist ein Kooperationsprojekt der Naturkundlichen Station der Stadt Linz mit der Naturbeobachtungsplattform www.naturbeobachtung.at des Naturschutzbundes Österreich, dass im Juni 2020 gestartet wurde. Im Rahmen dieses Projektes rufen wir alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie Besucherinnen und Besucher der Landeshauptstadt auf ihre tierischen Entdeckungen fotografisch festzuhalten und auf naturbeobachtung.at zu melden. Bis Anfang September 2020 sind schon knapp 300 Meldungen für das Stadtgebiet von Linz eingegangen, wobei 194 Meldungen auf die sehr große Gruppe der Insekten entfallen.

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Späte Wildbiene im Botanischen Garten - Die Efeu-Seidenbiene

Sie ist eine von etwa 430 in Oberösterreich vorkommenden Wildbienenarten. 2016 gelang der Erstnachweis für Oberösterreich ausgerechnet im Botanischen Garten der Stadt Linz. Schenken Sie bei Ihrem Besuch dem Efeu Ihre besondere Aufmerksamkeit. Wenn Ihnen eine fast Honigbienen-große Biene mit gelbbraunem Brustpelz und auffällig breiten Binden am Hinterleib auffällt, haben Sie mit größter Wahrscheinlichkeit unseren kleinen Star unter den Wildbienen entdeckt. Ihre Nestkolonie und ihr emsiges Treiben vor dieser kann beim Alpinum beobachtet werden. Die lockere Bepflanzung mit den offenen Bodenstellen kommt den in der Erde nistenden Bienen sehr entgegen. Wie alle Wildbienenarten ist auch die Efeu-Seidenbienen sehr friedlich und kann aus nächster Nähe beobachtet werden.

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Naturgarten - update

Es tut sich wieder was im Naturgarten des Botanischen Gartens. Vor kurzem erfolgte die erste Mahd, der heuer im Frühjahr angelegten Wildblumenwiese, natürlich mit Abtransport des Mähgutes, damit dem Boden keine Nährstoffe zugeführt werden und sie etwas abmagert. Es wird spannend wie sich die Wiese im kommenden Jahr entwickeln wird. Um alles besser in Augenschein nehmen zu können, wurde jetzt ein barrierefreier Weg durch die Fläche angelegt, der es ermöglicht den Garten zu begehen. Gleich im Anschluss an den Naturgarten befindet sich der neu angelegte Barfußweg, der einlädt „fühlend und tastend“ den Boden unter den Füßen zu erkunden. Sicher gibt es an dem ein oder anderen warmen Herbsttag noch die Möglichkeit dazu.

Arbeiten mit dem Bagger für die Anlage eines Naturgartens.

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