Aktuelle Infos der Naturkundlichen Station

Die Naturkundliche Station hat ein breitgefächertes Aufgabengebiet, das von Grundlagenforschung über Planungs- und Naturschutzpraxis bis hin zur Umweltbildung reicht. Dementsprechend vielfältig sind auch unsere Projekte und Tätigkeiten. Die neuesten wollen wir Ihnen auf dieser Seite immer vorstellen. Zusätzlich finden Sie hier Verweise auf unsere aktuellsten Artikel zur Linzer Pflanzen- und Tierwelt.

Was ist das?

Eine Spinne mit unzähligen Beinen oder ganz etwas anderes?

Häufig ist der ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet stammende Spinnenläufer bei uns noch nicht. Doch auf Grund der Klimaerwärmung breitet er sich zusehends aus und ist in Linz und Oberösterreich ein regelmäßiger, wenn auch noch seltener Gast. Die zu den Hundertfüßern gehörende Art ist nachtaktiv und ernährt sich räuberisch von anderen Gliedertieren (Insekten, Spinnen, Tausendfüßern). Sie kann sehr schnell laufen und pro Stunde etwa 1,5 km zurücklegen. Für Menschen sind Spinnenläufer ungefährlich, auch wenn ein Biss recht schmerzhaft sein kann, da er Giftdrüsen besitzt, mit denen er normalerweise seine Beute tötet. Spinnenläufer sind jedoch in keinster Weise angriffslustig.

Linz auf Schusters Rappen erkunden - 5. Teil

Der 5. Teil unserer Wanderungen durch Linz führt uns passend zur Jahreszeit in eine wilde Bachschlucht in unmittelbarer Stadtnähe - das mag so manche Nicht-Linzer überraschen. Es handelt sich tatsächlich um ein landschaftliches Juwel, das wir Ihnen diesmal präsentieren wollen. Auf dieser Rundwanderung steigen wir in die Schlucht des Dießenleitenbachs hinab, am Rückweg über den Hang durch einen Buchenwald hinauf und lassen als krönenden Abschluss das Panorama der grünen Industriestadt Linz auf uns wirken.

Die Streckenbeschreibung finden Sie im ÖKO.L-Heft 2/2003. Sie können den Beitrag downloaden oder das ganze Heft bestellen:
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Libelle oder Schnake?

Oft ist die Zuordnung von Tieren nicht ganz leicht. Die Naturkundliche Station bekommt dahingehend immer wieder Anfragen, bei deren Beantwortung wir gerne behilflich sind. Interessante Meldungen, so wie hier, werden wir ab jetzt in loser Reihenfolge vorstellen. Hier handelt es sich nicht, wie zuerst vermutet um eine Libelle, sondern im weiteren Sinne um eine Mücke und zwar um eine Schnake. Wie man erkennen kann, hat das Insekt nur zwei statt vier Flügeln, das hintere Flügelpaar ist wie für Fliegen und Mücken typisch zu Schwingkölbchen umgewandelt. Sie dienen zur Steuerung beim Fliegen. Auf dem Bild ist die größte heimische Vertreterin der Schnaken, die Riesenschnake zu sehen. Sie kann eine Körperlänge von bis zu 4 cm und eine Flügelspannweite von 3 bis 6,5 cm erreichen. Charakteristisch sind ihre wunderschön gezeichneten Flügel. Die Riesenschnake ist in feuchten Gebieten zu finden, da die Larven im Uferbereich von Fließgewässern leben. Keine Angst, im Gegensatz zu anderen Mücken stechen Schnaken nicht, sondern nehmen als erwachsenes Tier nur mehr Wasser oder freizugängliche Pflanzensäfte auf.

Schmetterlinge – Bunte Gaukler!

Wenn du die bunte Welt der Schmetterlinge kennenlernen möchtest und zwischen 8 und 12 Jahre alt bist, dann komme am 18. Juni 2021 um 15:00 Uhr zum Schmetterlings-Workshop in den Botanischen Garten. Du wirst viel Spannendes und Interessantes über diese zarten Insekten erfahren und sicher einige auch ganz aus der Nähe beobachten können. Übrigens wusstest du, dass Schmetterlinge mit den Füßen schmecken und mit ihrem Körper hören können?

Infos und Anmeldung zum Kinder-Workshop

Schmetterling: Kleiner Fuchs

Feuerwanzen oder Feuerkäfer?

Den meisten schon seit dem Kindergarten bekannt, sind die Feuerwanzen, die oft zuhauf am Stammfuß von Bäumen anzutreffen sind (Bild links). Sie eignen sich bestens für erste Naturbeobachtungen, da sie sich relativ leicht fangen lassen und völlig ungefährlich sind. Landläufig werden diese Insekten auch als Feuerkäfer bezeichnet. Sie unterscheiden sich jedoch von den Käfern durch ihren flachen Körperbau, die nicht ganz so harten Deckflügel und vor allem durch die Art der Mundwerkzeuge. Käfer verfügen über beißend-kauende, während Wanzen über stechend-saugende Mundwerkzeuge, also einen meist langen Rüssel, verfügen. Es gibt sie aber, die Feuerkäfer. Sie sind mit drei Arten bei uns in Österreich vertreten und können im Mai und Juni auf Blättern ruhend oder auf Blüten schmausend beobachtet werden. Auf dem Bild rechts sehen Sie den Rotköpfigen Feuerkäfer. Ihren Namen erhielten sie durch ihr auffälliges, rotes Äußeres. Die Larven der Feuerkäfer leben unter der Rinde von Bäumen und ernähren sich dort räuberisch von anderen Insekten und deren Larven.

Wiesen – Bunte Blütenvielfalt!

Denkt man an Wiesen, so sieht man im Geiste weite, bunte Blütenteppiche mit vielerlei verschiedenen Wildblumen und -kräutern vor sich, die jetzt in Vollblüte stehen sollten, sofern es sie in der näheren Umgebung noch gibt. Wildblumenwiesen sind ein Kulturgut, sie entwickeln sich bei uns, außer an Sonderstandorten, nicht von selbst, sondern sind das Ergebnis jahrzehnte- oder gar jahrhundertelanger bäuerlicher Pflege. Je nach Klima, Bodentyp, Hangneigung, Höhenlage und Bewirtschaftung entwickelten sich dutzende verschiedener Wiesentypen, die Lebensraum für Unmengen von Insekten und anderen Tieren bieten.

Die Biodiversität in Österreich, insbesondere die der Pflanzen- und Insektenarten hängt an der Existenz von 1- bis 2-, maximal 3-schüriger Wiesen. Fast 500 Pflanzenarten alleine in Oberösterreich sind direkt an Magerwiesen, Halbtrockenrasen, Niedermoore und Feuchtwiesen gebunden, das sind 23% der gesamten oberösterreichischen indigenen Flora! Zwei Drittel davon weisen einen Gefährdungsstatus gemäß der Roten Liste auf. Die Rückgänge sind unfassbar dramatisch und zwar vor allem in den Flach- und Hügelländern bis in höhere Lagen hinauf. Das oberösterreichische Alpenvorland ist bereits nahezu frei von artenreichen Wiesen! Noch vorhandene, artenreiche Wiesen müssen daher unbedingt erhalten werden.

Und auch Sie können etwas tun: Verzichten Sie zumindest in Teilbereichen Ihres Gartens auf den kurzgeschorenen Rasen und mähen Sie nur mehr zwei- bis dreimal pro Jahr. Tiere und Pflanzen werden es Ihnen danken.

Weitere Infos zum Lebensraum Wiese (PDF | 2,58 MB)

Linz auf Schusters Rappen erkunden - 4. Teil

Der 4. Teil unserer Wanderungen durch Linz führt uns ins Industriegebiet, direkt an der Donau entlang bis zum Tankhafen und um den Segelflugplatz. Industrie und Natur – im Allgemeinen versteht man die beiden Begriffe als Gegensätze. Diese Vorstellung erweist sich jedoch als nicht ganz stichhaltig, denn ausgerechnet auf brachliegenden Flächen im Industriegebiet und zwischen den Gleisanlagen der Frachtenbahn haben viele Pflanzen und Tiere passende Lebensräume gefunden, wie zum Beispiel die Wechselkröte, eine nach Europarecht streng geschützte Art, die die fabriksnahen Tümpel bewohnt. Auch wenn diese scheuen Amphibien kaum zu beobachten sind, kann man viele andere Tiere und Pflanzen auf unserer Wanderroute kennenlernen. Am besten machen Sie sich gleich am langen Wochenende auf ins unbekannte Linz.

Die Streckenbeschreibung können Sie downloaden oder im ÖKO.L-Heft 4/2002, das bei der Naturkundlichen Station bestellt werden kann, nachlesen.

Wanderung Teil 4: Unverhofft kommt oft – Seltsamkeiten im Linzer Industriegebiet

Die spinnen (alles ein) – Gespinstmotten!

Etwa 30 verschiedene Arten dieser Kleinschmetterlinge gibt es bei uns in Österreich. Als erwachsene Tiere sind sie meist sehr unauffällig, auch wenn die bekanntesten unter ihnen, deren Larven gerne an Gehölzen fressen, mit ihren schwarzen Punkten auf weißer Grundfärbung sehr hübsch anzusehen sind. Viel eher fallen uns die namensgebenden Gespinste ihrer Raupen ins Auge, die bei massenhaftem Auftreten ganze Bäume und Sträucher überziehen können. Die Raupen leben darin gesellig und gut geschützt vor Fressfeinden, während sie ihrer Lieblingsbeschäftigung dem Fressen nachgehen und dabei ganze Gehölze entblättern können. Die Verpuppung findet ebenfalls in diesem Gespinst statt. Nach etwa 10 bis 20 Tagen schlüpfen dann die fertigen Schmetterlinge. Für die Gehölze bedeutet die Besiedelung mit den Raupen der Gespinstmotten zwar Stress, sie treiben aber im Normalfall ein zweites Mal aus und sehen im Sommer wieder weitgehend normal aus. Es gibt also keinen Grund zur Sorge!

Sandbeet angelegt

Es tut sich wieder was im Naturgartenteil des Botanischen Gartens. Bei bestem Pflanzwetter wurde diese Woche von einer Mitarbeiterin und einem Mitarbeiter der Naturkundlichen Station das Sandbeet bepflanzt. Zum Einsatz kamen dabei ausschließlich heimische Wildblumenarten, von einer REWISA (Regionale Wildblumen und Samen) zertifizierten Gärtnerei und natürlich Schätze aus der eigenen Zucht unseres Alpinum-Gärtners. Die ausgewählten Arten bevorzugen mageren Boden und volle Sonne. Ihre Blüten decken den Tisch für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten, die sich von Pollen und Nektar ernähren. Die Bepflanzung ist bewusst lückig ausgefallen, um bodennistenden Wildbienen offene Flächen zu bieten, in denen sie ihre Nester anlegen können. Wir freuen uns schon auf die bunten Blüten des Muskateller-Salbeis, die wahre Magneten für Holzbienen sind, der Kartäusernelken, der Königskerzen und vieler anderer Arten mehr, die hoffentlich für ein Summen und Brummen sorgen. Schauen Sie doch vorbei und holen Sie sich Inspiration für den eigenen Garten!

erste Pflanzen im Sandbeet

Linz auf Schusters Rappen erkunden - 3. Teil

Heute möchten wir Ihnen Teil 3 unser naturkundlichen Wanderungen durch die Stadt Linz vorstellen. Eine Rundwanderung vom „Collegium Petrinum“ auf den Pöstlingberg, retour durch das Pflasterbachtal. Vom Pöstlingberg eröffnet sich ein großartiges Panorama über den Linzer Raum. Am Weg hinauf und von seinem Gipfelbereich aus erleben wir das reizvolle Zusammenwirken von Kultur und Natur, von Stadt und Land. Der beeindruckende Blick hinunter zur Stadt mit ihrem Häusermeer einerseits und mit der reich strukturierten, stark vom Menschen geprägten Kulturlandschaft des Linzer Grüngürtels andererseits offenbart einen spannenden Kontrast, der ein Markenzeichen der Landeshauptstadt ist. Auf den Linzer Hausberg führt uns die dritte Wanderung dieses Stadtnaturführers - sicherlich eine der schönsten Routen, die Linz zu bieten hat. Während unseres zwar schweißtreibenden, dafür aber umso interessanteren Rundwegs schärfen wir den Blick für die oft verblüffenden Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur.

Gesamte Tourenbeschreibung veröffentlicht im ÖKO.L-Heft 3/2002 (PDF | 586 KB)

Titel der Wanderung: Edelkastanien, Obstwiesen und Trockenrasen auf dem

Gelbe „Spritzer“ auf Autos und Gartenmöbeln?

Im Frühling bekommen wir von der Naturkundlichen Station der Stadt Linz immer wieder Anfragen, wer oder was denn die Verursacher von kleinen, gelbbraunen „Spritzern“, „Würstchen“ oder „Tröpfchen“ sind, die sich auf Autos, Fensterbrettern, Gartenmöbeln oder auch auf zum Trocknen aufgehängter Kleindung finden. Gerne wollen wir das Rätsel lösen. Es handelt sich um die Ausscheidungen von Honigbienen. Wenn die Bienen im Winter oder nach langen Schlechtwetterperioden endlich wieder ausfliegen können, erleichtern sie sich im Flug in der näheren Umgebung ihres Bienenstocks. Bei den gelben Flecken handelt es sich um unverdauliche Reste von Pollenkörnern und Zucker, daher auch die gelbbraune Färbung. Diese Reinigungsflüge sind ganz natürlich und immer wiederkehrend. Meist lassen sich diese Kotflecken auch wieder leicht entfernen, haben sie sich jedoch durch Sonneneinstrahlung in den Autolack eingebrannt, wird die Entfernung etwas aufwändiger.

Hände weg von Jungvögeln!

Auf Spaziergängen oder im Garten können einem jetzt im Frühling schon einmal scheinbar hilflose Vogelkinder begegnen, die vermeintlich gerettet werden müssen. Doch Vorsicht, nicht jeder Jungvogel ist tatsächlich in Not. Bei den meisten von ihnen handelt es sich um sogenannte Ästlinge, die bereits befiedert, jedoch noch nicht voll flugfähig sind. Amseln und viele weitere Singvögel sowie Eulen und Greifvögel durchleben diese Phase, in der sie sich bereits außerhalb ihres Nestes aufhalten, unter Anleitung ihrer Eltern die Umgebung erkunden und sich auf die Selbständigkeit vorbereiten. In dieser Zeit werden sie noch von den Altvögeln versorgt und beschützt, deshalb Vogelkinder bitte nicht mitnehmen, sondern vor Ort belassen. Wie Sie sich bei Begegnungen mit Ästlingen richtig verhalten und wie Sie Ihnen gegebenenfalls helfen können, hat der Naturschutzbund zusammengefasst:

Ästlinge – richtiges Verhalten

Waldkauz-Ästling am Waldboden

Linz auf Schusters Rappen erkunden - 2. Teil

Gerne möchten wir Ihnen Teil 2 unser naturkundlichen Wanderungen durch die Stadt Linz vorstellen. Diesmal führt uns unsere Wanderung in den Süden von Linz. Auf einem Rundweg vom Weiklersee durch den Auwald und den entlang des Mitterwassers erkunden wir eine urwaldartige Naturlandschaft mitten im Europaschutzgebiet „Traun-Donau-Auen“. Das „Land am Wasser“, wie das aus dem Mittelhochdeutschen stammende Wort „Au“ heißt, bietet ideale Bedingungen für Lebewesen, die Feuchtigkeit lieben. Das hoch anstehende Grundwasser, die ausgeglichenen Bedingungen des Kleinklimas und die gute Nährstoffversorgung der Böden lassen eine Üppigkeit entstehen, die sich durchaus mit tropischen Regenwäldern vergleichen lässt. Diesen Eindruck hat man besonders an den Waldrändern oder Schlagflächen, wo Kletterpflanzen Büsche und Bäume überziehen und dabei ein undurchdringliches Dickicht bilden. Hier befindet sich das Zuhause von Eisvogel, Pirol, Haubentaucher, Fledermaus, Ringelnatter und Laubfrosch. Botaniker haben mehr als 540 wildwachsende Pflanzenarten registriert, wovon mehr als 11 % auf der „Roten Liste“ der vom Aussterben bedrohten Arten stehen.

Gesamte Tourenbeschreibung veröffentlicht im ÖKO.L-Heft 2/2002 (PDF | 603 KB)

Die Europäische Sumpfschildkröte – Rarität im Botanischen Garten Linz

In Österreich ist sie wahrscheinlich nur in den March- und Donauauen östlich von Wien ursprünglich heimisch, konnte sich aber an vielen weiteren Orten auf Grund von Aussetzungen etablieren. Das gilt auch für Oberösterreich und den Linzer Raum. Es ist historisch belegt, dass bis zum Ende des 19. Jahrhunderts eine intensive Nutzung der Sumpfschildkröte als Nahrungsmittel stattfand. Besonders als Fastenspeise war sie sehr beliebt, da sie im Wasser lebend, nicht als Fleisch galt. Im Linzer Botanischen Garten wurden 1952 vom damaligen Gartenmeister Herrn Schatzl Sumpfschildkröten aus der Steyregger Au angesiedelt. 1978 kamen fünf Schildkröten aus Kroatien dazu. Seit den frühen 2000er-Jahren werden auch immer wieder Jungtiere gesichtet, was wahrscheinlich auf die zunehmend wärmeren Sommer zurückzuführen ist. Begeben Sie sich doch bei Ihrem nächsten Besuch im Botanischen Garten einmal gezielt auf die Suche nach unseren Sumpfschildkröten.

Mehr Infos zur Europäischen Sumpfschildkröte (PDF | 399 KB)

Linz auf Schusters Rappen erkunden - 1. Teil

Die Stadt Linz hat viele bekannte Gesichter: eine bezaubernde historische Altstadt, ein geschäftiges Zentrum entlang der Landstraße, eine weit über die Grenzen hinaus bekannte kulturelle Vielfalt und eine boomende Großindustrie im Süden. Wenige wissen jedoch, dass das Linzer Stadtgebiet ebenso reich an landschaftlichen Reizen und naturkundlichen Besonderheiten ist. Wir wollen Ihnen deshalb ab jetzt in loser Reihenfolge immer wieder Wanderrouten durch Linz vorstellen, auf denen botanische und zoologische Besonderheiten darauf warten, entdeckt zu werden.

Den Anfang machen wir mit einer Tour vom Linzer Schloss aus über den Freinberg nach St. Margarethen. Am Linzer Schlossberg können wir schon die ersten botanischen Besonderheiten bewundern, die ein karges Leben zwischen den Mauerritzen fristen, ehe uns die „Linzer Wänd“ in einen urwaldhaften Schluchtwald vor den Toren der Stadt eintauchen lassen. Danach geht es über den Freinberg zur Franz-Josefs-Warte in deren Nähe wir der Vogelwelt lauschen können, bis wir uns über bunte Wiesen und den Obstsortengarten zum Zaubertalbach aufmachen, an dessen Mündung der Stadtteil St. Magarethen beginnt, der den Endpunkt unsere Wanderung markiert.

Gesamte Tourenbeschreibung veröffentlicht im ÖKO.L-Heft 1/2002 (PDF | 605 KB)

Wanderung Teil 1

Die Wilden Bienen sind los!

Wer zurzeit an der Ostseite des Linzer Segelflugplatzes zwischen Qualmbach und der Landebahn mit offenen Augen spazieren geht, kann knapp über dem Boden reges Treiben beobachten. Hunderte Grauschwarze Düstersandbienen (Andrena cineraria) fliegen emsig auf der Suche nach Nahrung umher, die dann umgehend ins Nest gebracht wird, um den eigenen Nachwuchs bestmöglich zu versorgen. Düstersandbienen leben einzeln (solitär) und legen ihre Nester im Boden an. Jedes Weibchen ist für sich und seinen Nachwuchs selbst verantwortlich. Seine Aufgabe ist es in wenigen Wochen ein Nest mit Brutröhren anzulegen, die einzelnen Kammern mit einem Gemisch aus Pollen und Nektar zu befüllen und darauf ein Ei abzulegen, um den Fortbestand der Art zu sichern. Ganz nebenbei erledigt es die für Pflanzen und auch für uns Menschen so wichtige Aufgabe der Bestäubung. An geeigneten Plätzen kann es zur Koloniebildung kommen, weshalb am Segelflugplatz momentan sehr viele Düstersandbienen zu sehen sind. Kurz nachdem die Nester fertiggestellt sind, sterben die Bienen jedoch und nichts deutet mehr auf das Vorhandensein dieser Art hin, bis im kommenden Frühjahr der Nachwuchs schlüpft. Übrigens, Wildbienen sind völlig ungefährlich und stechen nur im äußersten Notfall, wenn sie zum Beispiel gequetscht werden.

Mehr Informationen zu Wildbienen

Sandgarten im Naturgarten!

Im Naturgartenteil des Botanischen Gartens ist gerade ein Sandgarten im Entstehen. Er schafft eine bunte Vielfalt auf kleinem Raum und magerem Boden, denn viele unserer heimischen Wildpflanzen blühen auf mageren Standorten erst so richtig auf. Damit das gelingt, wurde schon der „fette“ Oberboden bis in eine Tiefe von rund 60 cm entfernt und nährstoffarmes Grädermaterial aufgebracht. Mittig wird eine reine Sandfläche angelegt, die bodennistenden Wildbienen als Kinderstube dienen soll. Danach geht es noch ans Bepflanzen. Hier wird der Focus auf heimische Wildstauden gelegt, die Nahrung für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten bieten. Königskerzen, Natternkopf, Kartäusernelke und Johanniskraut stehen dabei auf jeden Fall auf der Pflanzliste.

Kommen Sie doch vorbei und überzeugen Sie sich selbst vom Arbeitsfortschritt.

Pleschinger Sandgrube – Ein Naturjuwel am Rande von Linz

Bis in die 1950er Jahre wurden hier noch die bekannten Linzer Sande abgebaut. Seit 1998 ist sie jetzt ein Naturschutzgebiet und immer einen Besuch wert. Im Zentralbereich befindet sich ein großer Bereich mit offenen Sandflächen sowie schütter bewachsenen Stellen. Eine senkrechte, südexponierte Lößwand befindet sich im Nordteil des Gebietes. Diese ist teils von Bäumen beschattet und teilweise stark sonnenexponiert. Vorrangig dient das Naturschutzgebiet dem Schutz seltener und bedrohter Wildbienenarten. Vor allem solche Arten, die offenen Sandboden, senkrechte Lößwände, aber auch besonntes Totholz als Nistplatz brauchen, finden hier optimale Bedingungen. Weitere Spezialisten, wie die Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) und Sandlaufkäfer, profitieren davon. Das Totholz dient zudem zahlreichen Käferarten als Lebensraum.

Mehr Infos zur Pleschinger Sandgrube

Waldsauerklee - im Schatten daheim

Schattige Stellen im Wald oder im Garten mit leicht saurem, nicht zu trockenem Boden, das ist der bevorzugte Lebensraum des Waldsauerklees (Oxalis acetosella). Die meiste Zeit des Jahres ist diese Pflanze recht unscheinbar, doch im Frühling überzieht sie auch den dunkelsten Waldboden mit einem wunderbar farbigen Teppich in Grün-, Weiß- und Rosatönen. Jeder, der schon einmal ein Blättchen probiert hat, weiß, der Name Sauerklee kommt nicht von ungefähr, denn man spürt schon beim ersten Biss den sehr säuerlichen Geschmack, der von der enthaltenen Oxalsäure herrührt. Durch den zitronenartigen Geschmack der Blätter eigenen sich diese hervorragend als Zutat für Salate, Saucen, Suppen und grüne Smoothies. Bitte sparsam anwenden, da er in großen Mengen giftig ist.

Mehr Infos zum Waldsauerklee

Waldsauerklee mit Blüten

Broschüre „Heimische Reptilien“ vom Naturschutzbund Österreich

Jetzt wo es wieder wärmer wird, lassen sich auch wieder vermehrt Reptilien wie Zauneidechse, Blindschleiche und Ringelnatter beobachten. Jedoch ist nicht immer sofort klar, um welche der 14 in Österreich heimischen Reptilienarten es sich dabei handelt. Der Naturschutzbund Österreich hat deshalb zu diesem Thema eine Broschüre erstellt, in der jede Art mit ihren charakteristischen Erkennungsmerkmalen, ihrer Lebensweise, den Besonderheiten, einer Verbreitungskarte und aussagekräftigen Grafiken dargestellt ist. Sie soll den Zugang zur versteckten Welt der Reptilien erleichtern und die Begeisterung für diese besondere Tiergruppe wecken, denn alle heimischen Arten sind gefährdet und geschützt.

Die Broschüre kann kostenlos, nur gegen Portoaufwand bestellt werden!

Wenn Sie beim nächsten Spaziergang ein Reptil entdecken, melden Sie dieses doch gleich unter www.naturbeobachtung.at. Ihre Meldungen werden im Projekt „Linz tierisch“ erfasst und ausgewertet.

Stille Gewässer - wertvolle Lebensräume!

Tümpel und Teiche, aber auch kleine Feuchtstellen in Wiesen oder Wäldern verschwinden zusehends aus unserer Landschaft. Sie werden oft achtlos zugeschüttet oder verfüllt. Mit dem Verlust dieser wertvollen Wasserlebensräume geht das Verschwinden zahlreicher Lebewesen wie Libellen, Amphibien, aber auch einer Vielzahl von Sumpf- und Wasserpflanzenarten einher. Der Erhalt, aber auch die Neuanlage von kleinen und größeren Stillgewässern stellen eine wichtige Maßnahme zum Schutz der Artenvielfalt dar. Auch Hobbygärtner können durch einen naturnah gestalteten Gartenteich Lebensraum für zahlreiche Arten schaffen.

Weitere Informationen und Tipps zur Anlage eines Gartenteiches bietet der Naturschutzbund

Wasserfrosch im Teich

Neue Wohnungen für Haselmaus und Co

Im März wurden im Botanischen Garten von einer Mitarbeiterin der Naturkundlichen Station Haselmauskobel angebracht. Diese von der Lebenshilfe produzierten und vom Naturschutzbund vertriebenen Nistkästen bieten kleinen Säugetieren aus der Familie der Bilche wie Haselmäusen und Siebenschläfern Quartier. Manchmal werden sie jedoch auch von Vögeln wie Meisen als Nistplatz verwendet. Noch ist nicht klar, ob Haselmäuse oder Siebenschläfer den Botanischen Garten bewohnen, weshalb die Kobel regelmäßig kontrolliert werden. Der Nachweis von Siebenschläfern ist meist schon aus einiger Entfernung gut möglich, da sie die Dächer ihrer Unterkunft gerne mit Kothaufen „verzieren“. Um Haselmäuse nachweisen zu können, ist das vorsichtige Öffnen der Kästen nötig, die dafür mit einem abhebbaren Dach ausgestattet sind. Wer jedoch ein feines Näschen hat, kann bewohnte Kobel schon an ihrem feinen Duft nach Tee erkennen, dem typischen Geruch der Haselmaus.

Weitere Infos zu diesen heimlichen Säugetieren

am Baum befestigter Haselmauskobel

Das neue ÖKO.L-Heft ist da!

Das erste Heft des Jahres 2021 bietet auf 36 Seiten wieder interessante und aktuelle Artikel zu den Themen Ökologie, Natur- und Umweltschutz. Gudrun Fuß und Julia Kropfberger untersuchten im Rahmen des Artenschutzprojektes „Nachtfalter Oberösterreichs“ das Vorkommen der seltenen Birnbaumeule, eine Eulenfalterart, im Naturpark Obst-Hügel-Land und berichten über die Ergebnisse. Jeweils fünf Pflanzenarten haben der Botaniker Michael Hohla und der Ökologe Josef H. Reichholf ausgewählt und beschreiben sie in ihrer unterschiedlichen Betrachtungsweise. Die Stadt Linz fördert die Pflege ökologisch wertvoller Landschaftselemente, um Vielfalt und Lebensräume zu erhalten. Im Sommer 2019 wurden im Zuge der jährlichen Kontrollen von Sarah Reindl ausgewählte Flächen kartiert und bewertet, um einen Einblick in die aktuelle Situation der botanischen Artenvielfalt auf den Förderflächen zu erhalten. Schließlich berichtet noch Michael Hohla über einen Einwanderer, den Schwarzkopfregenwurm, der durch den Handel mit Pflanzen samt Wurzelballen verbreitet wurde. Seine großen Kottürme bereiten vor allem in der Grünlandbewirtschaftung mitunter Probleme. Sie sehen, unser Heft ist wieder prall voll mit spannenden Artikeln!

Mehr zum ÖKO.L-Heft 1/2021

Moos des Jahres – Sparriges Kranzmoos

Es ist nicht wählerisch und kommt von der Ebene bis ins hohe Gebirge vor, nur extreme Trockengebiete meidet es. Durch seine sparrige Beblätterung und die lang ausgezogenen Blattspitzen ist es kaum mit einer anderen Art zu verwechseln. Die nährstoff- und feuchtigkeitsliebende, jedoch kalkmeidende Art gedeiht besonders in gut gepflegten Rasenflächen. Durch häufigen Schnitt und regelmäßige Bewässerung verdrängt es sogar Gräser, sodass sich reine Moosrasen bilden. Ein wirksames Verbreitungsmittel sind dabei die Mulchmäher. Ist Ihnen Moos im Rasen lästig, bekämpfen Sie es nicht mit Produkten aus dem Baumarkt. Das ist in der Regel wenig erfolgversprechend. Besser ist es, weniger, dafür aber höher zu mähen und die Bewässerung auf ein Minimum zu reduzieren. Diese Maßnahmen reduzieren nicht nur das Moos, sondern sorgen auch für artenreichere Rasenflächen. Wenn Sie Ihren kurz geschorenen Rasen jedoch behalten möchten, dann arrangieren Sie sich mit dem Sparrigen Kranzmoos. Es ist kurz, grün und bestens betretbar.

Weitere Infos zu dieser spannender Pflanzenart

Brutvogelmonitoring der Naturkundlichen Station

Seit 1988 werden von Mitarbeitern zweimal im Jahr von Mitte April bis Anfang Juni an festgelegten Punkten die Bestände häufiger Brutvogelarten gezählt. Im Stadtgebiet von Linz werden 30 Zählstrecken begangen, welche jedes Jahr gleich bleiben. Pro Zählstrecke sind 10 bis 20 Punkte fixiert, an denen jeweils genau fünf Minuten gezählt wird, welche Arten in welcher Häufigkeit vorkommen. Weiters werden noch der Lebensraum beziehungsweise dessen Veränderungen protokolliert. Die erhobenen Daten werden an BirdLife weitergegeben und aus den Zählergebnissen werden nach einer wissenschaftlich fundierten Methode Bestandstrends berechnet, die uns Auskunft über Zunahmen oder Abnahmen geben.

Mehr Informationen zum Brutvogelmonitoring

Mehlschwalben am Nest

Flechte des Jahres – Die Mauerflechte

Wie ihr Name schon verrät, ist die Gewöhnliche Mauerflechte im Siedlungsbereich vorwiegend auf Mauern und Zaunpfosten, Dachziegeln, auf Pflaster aller Art, gerne auch auf Waschbeton oder auch auf wenig befahrenem Asphalt zu finden. Durch ihre großen, grünlich-weißen und dicht mit Fruchtkörpern besetzten Rosetten ist sie kaum mit einer anderen Art zu verwechseln. Große Toleranz gegenüber Trockenheit und Schadstoffen zeichnet diese Krustenflechte aus, weshalb sie als nicht gefährdet gilt. Die Mauerflechte ist weltweit verbreitet und gilt als Profiteurin der Eutrophierung (Anreicherung mit Nährstoffen) und der fortschreitenden Versiegelung der Landschaft. Auch die zunehmende Erwärmung und die damit einhergehenden Dürreperioden werden ihr als trockenheitsresistente Art wenig anhaben. Bei den Briten heißt sie übrigens "chewing-gum lichen", da sie von ihrem Aussehen her den Kaugummiflecken auf Pflastersteinen ähnelt.

Mehr Infos zur Mauerflechte

Geschützte Pflanzen in Oberösterreich – Neuerscheinung!

In der 4. überarbeiteten Auflage sind alle aktuell geschützten Pflanzenarten Oberösterreichs angeführt. Die Erforschung der Pflanzenwelt hat in Oberösterreich große Tradition und wurde bereits vor rund 250 Jahren begonnen. Man weiß daher sehr genau, wer zu den Gewinnern und wer zu den Verlierern der letzten Jahrzehnte zählt. Besonders Pflanzenarten, die an traditionell bewirtschaftete Wiesen gebunden sind, haben das Nachsehen, da diese Flächen entweder durch Versiegelung ganz verschwinden oder durch landwirtschaftliche Intensivierung keinen geeigneten Lebensraum mehr bieten. Um die Verlierer vor dem endgültigen Aussterben zu bewahren, müssen wir gemeinsam dafür sorgen, dass ihre Lebensräume geschützt werden und bleiben. Und wie heißt es so schön: Nur was man kennt, schätzt und schützt man!

Broschüre "Geschützte Pflanzen in in Oberösterreich" (PDF, 7,37 MB)

Alien des Jahres!

Der Asiatische Marienkäfer oder Harlekin-Marienkäfer ist mittlerweile bei uns an vielen Orten schon zum Sinnbild des Marienkäfers geworden, da er die heimischen Arten, allen voran den Siebenpunkt-Marienkäfer zunehmend verdrängt. Die ursprünglich aus China und Japan stammende Art wurde auf Grund ihres enormen Appetits auf Blattläuse zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Glashäusern eingesetzt. Von dort konnte sie ins Freiland entkommen und wurde 2006 erstmals in Österreich nachgewiesen. Durch seine enorme Reproduktionsrate kann sich der Asiatische Marienkäfer rasch vermehren. Gehen den Larven dann die Blattläuse aus, satteln sie auf andere weichhäutige Insekten um. Im Herbst werden die Käfer sogar Vegetarier und entwickeln eine Vorliebe für Weintrauben um, was sie bei Winzern äußerst unbeliebt macht.

Weitere Infos  und die wichtigsten Erkennungsmerkmale des Asiatischen Marienkäfers
 

Asiatische Marienkäfer

Auwälder – Grüne Oasen am Rand von Linz

Im Frühling haben Auwälder ihren ganz besonderen Reiz, bunte Blütenteppiche überziehen den Boden und erfreuen mit ihrer Üppigkeit unser Herz. Sobald es etwas wärmer wird, schießen Frühblüher wie Leberblümchen und Lerchensporn hier beinahe explosionsartig aus dem Boden. Wie kein anderer Lebensraum ist der Auwald von der Dynamik des Fließgewässers geprägt, das ihn durchzieht. Überschwemmungen führen zu ständigen Veränderungen. Trockenbereiche werden geflutet, Ufer werden abgerissen und Material wird wieder angelandet. Diese große Strukturvielfalt führt dazu, dass Augebiete zu den artenreichsten Lebensräumen in Österreich zählen. Leider ist dieser Lebensraum wie so viele andere durch intensive Landwirtschaft und Versiegelung der Flächen stark bedroht. Die Traun-Donau-Auen in Linz sind zwar zum größten Teil Europaschutzgebiet, doch im Randbereich kommt nach wie vor zu Verbauungen.

Ausführliche Infos zum Lebensraum Auwald

Trockensteinmauer im neuen Naturgarten

Der Frühling lässt schon grüßen und auch die Pflanzen im Botanischen Garten geben schon wieder kräftige Lebenszeichen von sich. Tausende Schneeglöckchen, Krokusse, Primeln und viele mehr zeigen ihre leuchtenden Blüten und locken damit schon die ersten Insekten an.

Auch in unserem Naturgarten geht es wieder voran, soeben wurde von unseren fleißigen Gärtnern die Trockensteinmauer fertig gestellt. Jetzt soll die Mauer noch insektenfreundlich mit Hauswurz, Mauerpfeffer, Karthäusernelke und Thymian bepflanzt werden. Dahinter wird ein Sandarium entstehen, wo bodenbrütende Wildbienen, immerhin zwei Drittel der heimischen Arten, einen geeigneten Nistplatz finden sollen. Wir halten Sie auf dem Laufenden wie es weitergeht!

Trockensteinmauer

Dreh doch mal das Licht ab!

Wann haben Sie das letzte Mal einen beindruckenden Sternenhimmel erlebt? Vielleicht im Urlaub auf einer einsamen Hütte? Bei uns in der Stadt wohl kaum, denn dunkle Nachthimmel sind eine Seltenheit geworden, obwohl sie für viele Tierarten und auch für Menschen essentiell sind. Nachtfalter und andere nachtaktive Insekten benötigen die Dunkelheit zur Futter- und Partnersuche. Zwei Drittel aller Zugvögel sind nachts unterwegs und werden durch den Lichtsmog von ihrem Kurs abgelenkt. Auch auf Menschen hat die ständige „Beleuchtung“ große Auswirkungen, sie kann zum Beispiel zu Schlafstörungen oder einem erhöhten Stresslevel führen. Natürlich kann man „das Licht“ nicht einfach überall abschalten, aber man kann das „richtige“ Licht wählen und es so ausrichten und anwenden, dass die Umwelt dadurch möglichst wenig beeinträchtigt  wird. Leider ist es in den letzten Jahren modern geworden, auch Privathäuser nachts immer stärker zu beleuchten. Hier sollte es  im Hinblick auf gute Nachbarschaft mit Mensch und Tier doch zumindest um 22:00 Uhr „Licht aus“ heißen.

Weitere Infos zum Thema "Lichtsmog und seine Auswirkungen auf Tier und Mensch"

in der Nacht beleuchtete Hausfassade

Spechte – Wer klopft denn da?

Spechte sind markante Vertreter der heimischen Vogelwelt und mit neun regelmäßig bei uns in Oberösterreich vorkommenden Arten eine recht übersichtliche Gruppe. Sieben von ihnen kann man auch im Stadtgebiet von Linz und den Umlandgemeinden begegnen. Besonders im Winter sind die Chancen auf Spechtsichtungen erhöht, da die meisten Bäume und Sträucher unbelaubt sind und manchen Arten wie der Buntspecht oder auch der Grünspecht nun gerne in unsere Gärten kommen, um sich am Angebot der Futterhäuschen zu bedienen, sofern diese Fettblöcke, Nüsse oder gar getrocknete Insekten beinhalten. Als typische Bewohner alter strukturreicher Wälder leben Spechte auch in vielen historischen Parkanlagen mit altem Baumbestand. Wenn Sie bei Ihrem nächsten Spaziergang oder in Ihrem Garten einen Specht beobachten oder sogar fotografieren können, dann melden Sie Ihre Sichtung doch bei unserem Projekt „Linz tierisch“!

Weitere Infos zum Thema Spechte

Buntspecht

Kopfweiden – Bäume voller Leben!

Kopfweiden sind mit ihrem dicken, knorrigen Stamm und ihrer buschigen Krone charakteristische Elemente der bäuerlichen Kulturlandschaft. Sie sind keine eigene Baumart, sondern entstehen durch Pflege und Bewirtschaftung. Jungbäume werden auf einer Höhe von ein bis drei Metern eingekürzt und in der Folge regelmäßig beschnitten, um die Zweige als Brennholz, Bau- und Flechtmaterial, als Viehfutter und Stalleinstreu zu nutzen. Viele dieser Verwendungsarten fallen heutzutage allerdings weg, weshalb auch die Kopfweiden zusehends aus dem Landschaftsbild verschwinden und mit ihnen viele Lebewesen, die auf diese einzigartigen Biotope aus Menschenhand angewiesen sind. Unzählige Schmetterlingsarten, totholzbewohnende Käfer, höhlenbewohnende Vogelarten wie Steinkauz, Hohltaube oder Gartenrotschwanz, aber auch Bilche und Fledermäuse nutzen Kopfweiden auf die ein oder andere Weise. Eine Kopfweide passt in fast jeden Garten, vielleicht auch in Ihren?

Mehr Infos zum Thema Kopfweiden

Fledermaus des Jahres 2020 + 2021 – Die Mopsfledermaus

Die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) ist eine mittelgroße Fledermausart mit kurzer, gedrungener Nase, deren Form sie auch ihren deutschen Namen verdankt. Sie hat ein dichtes, relativ langes, sehr dunkles Fell mit gelblichweißen Haarspitzen auf der Körperoberseite. Oft hängen Mopsfledermäuse sogar bei Frost frei an der Wand oder in Spalten. Erst etwa -15 Grad Celsius sind tödlich für sie.

Als Lebensraum bevorzugt die Mopsfledermaus reich gegliederte, insektenreiche Wälder mit ausgeprägter Strauchschicht. Baumspalten und Stellen hinter abstehender Borke an Totholzbäumen dienen als Wochenstuben. Sie nutzt jedoch auch Gebäude als Versteckmöglichkeit, so kann man sie zum Beispiel hinter Fensterläden und Hausverkleidungen finden. Als Nahrung werden Nachfalter und Kleinschmetterlinge bevorzugt. Auf ihren Flügen orientiert sie sich stark an Landschaftselementen wie Hecken, Baumreihen oder Flüssen, die eine Verbindung zwischen Quartieren und Jagdgebieten herstellen.

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Wassertier des Jahres 2021 – Die Äsche

Die Europäische Äsche (Thymallus thymallus) ist ein zu den Salmoniden zählender Raubfisch und kommt in den Mittel- und Gebirgsregionen ganz Europas vor. Ausgewachsene Äschen werden etwa 30 bis 50 Zentimeter lang und erreichen ein Gewicht von 500 bis 1.500 Gramm, besonders große Exemplare können sogar doppelt so schwer werden. Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus Kleinkrebsen, Insektenlarven und Anflugnahrung. Große Tiere können gelegentlich auch kleinere Fische erbeuten.

Die Bestände der Äsche nehmen in Österreich deutlich ab, der einst weit verbreitete Fisch wird schon seit 2007 auf der Roten Liste der Fische Österreichs als gefährdet eingestuft und die Situation hat sich in den letzten Jahren vielerorts noch verschärft. Ursachen für den Rückgang dieses eleganten Fisches liegen vor allem in der immer schlechteren Ausstattung seines Lebensraumes wie zum Beispiel fehlende Kiesbänke und Gewässerverschmutzung sowie der Zerschneidung desselben.

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Äsche

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