Jahrgang 2020

Inhaltsverzeichnis 4/2020

  • Michael HOHLA: Vom Wert und von der Schönheit des Vergänglichen … im Garten
    Auf eindringliche Weise lädt uns der Autor ein, den Garten nicht nur als einen Ort der „Arbeit“ zu betrachten – zumal nicht gegen Ende des Jahres. Vor lauter Ernteeinbringen, Saubermachen, Häckseln, ein letztes Mal Mähen und was es sonst noch alles zu tun geben mag, vergisst man, dass unsere Gärten auch Lebensräume sind für viele Organismen und dass deren „Ansprüche“ über die kalte Jahreszeit hinweg uns auch ein Anliegen sein sollten. Ob es nun hohle Stengel diverser Pflanzen sind, die beste Winterbehausung für die Larven solitär lebender Wildbienen darstellen, irgendein Reisig- oder Laubhaufen als Winterquartier für den Igel, eine Baumhöhle als Tagesunterstand für einen Waldkauz oder ein Astloch als nächtlicher Unterschlupf für einen Baumläufer – es muss nicht immer alles abgeräumt, weg- oder umgeschnitten werden. Lasst uns Freude haben am Fruchtstand der Wilden Karde, am Farbenspiel der Herbstblätter, an den leuchtend roten Hagebutten und machen wir uns bewusst, „dass“ – Hohla zitiert aus einem Buch von G. Clement (2016) „Gärten, Landschaft und das Genie Natur“ – „der Mensch im Mittelpunkt der Welt ausgedient hat, ebenso der Gärtner im Schutz seiner Zäune und Mauern.“
     
  • Gregor AUINGER: Es grünt so grün, wenn auf Linzer Dächern die Blüten blüh’n!
    Anfang 2020 hat sich der Linzer Gemeinderat das Ziel gesteckt, Klimahauptstadt Europas zu werden, wobei ein wesentlicher Baustein dorthin unter anderem die flächendeckende Begrünung von Dächern ist. Innerhalb Österreichs hat Linz in diesem Bereich bereits die Vorreiterrolle inne. Der Artikelverfasser untersuchte im Zuge seiner Diplomarbeit einen Teil der schon bestehenden Gründach-Flächen der Stadt und verweist auf die Vielzahl positiver Aspekte begrünter Dächer als da sind zum Beispiel: Gebäudedämmung, Luftfilter, Wasserspeicherung, Schallabsorption, Kühlung u.s.f. Für das Erreichen eines stadtgebietsübergreifenden, flächendeckenden Lückenschlusses könnte man die gesetzlichen Vorgaben für neu zu bauende Flachdach-Begrünung auch auf kleinere Flächen wie zum Beispiel Wohnhäuser erweitern – so der Autor.
    Linz – die Stadt der grünen Dächer!
     
  • Werner WEISSMAIR: Knoblauchkröten (Pelobates fuscus) – charmante Sonderlinge auch im nördlichen Mühlviertel
    Seit dem Jahr 2015 betreut der Artikelverfasser das Amphibien-Artenschutzprojekt im Auftrag der Abteilung Naturschutz des Amtes der Oö. Landesregierung. Im Fokus stehen die in Oberösterreich am meisten gefährdeten Arten: Laubfrosch, Knoblauch- und Wechselkröte, Kleiner Wasserfrosch, Rotbauchunke, Alpenkammmolch und Nördlicher Kammmolch, wobei im Vordergrund die praktische Umsetzung steht, wie etwa die Neuanlage oder Revitalisierung von Laichgewässern und Landlebensräumen für diese Zielarten. Der Autor beschreibt diesen „Krötenfrosch“ (Pelobatidae) hinsichtlich Morphologie und Ethologie sowie die Verbreitung als eurasisches Faunenelement, wobei im Juni 2019 erstmals im Mühlviertel im Maltschachtal nahe der tschechischen Grenze Knoblauchkröten gefunden wurden. Weitere Funde erfolgten im westlichen Freiwald.
     
  • Helmut STEINER, Karl HUBER, Hermann LEITNER, Konrad EBNER: Ein erfolgreiches Schutzprojekt für den Steinkauz im Most- und Traunviertel
    Unsere bekannteste unter den Kleineulen Europas ist der Steinkauz, der seit Jahrhunderten in der bäuerlichen Kulturlandschaft in unmittelbarer Nachbarschaft zum Menschen lebt. Nach dem gegenwärtigen Wissensstand ist der starke Populationsrückgang des Steinkauzes in Mitteleuropa verursacht durch eine Kombination aus der Zunahme von Waldkauz und Steinmarder in Siedlungsgebieten, die starke Düngung des Grünlandes mit dem Verlust kurzrasiger Strukturen und die Zunahme des Straßenverkehrs. Nistplatzmangel ist nicht das Hauptproblem, da es auch in Gebieten mit vielen Höhlen zum Aussterben kam, wobei die letzten Steinkäuze des Landes nicht etwa in den größten Obstgärten überlebten, sondern in den wald- und waldkauzärmsten Gebieten. Die Installation von mardersicheren Nistkästen ist unter anderem jedenfalls eine erfolgreiche Maßnahme zum Schutz von Athene noctua. Das bekannte Vorkommen von Uhu und Habicht – beide sind Waldkauzjäger (der Hauptfeind des Steinkauzes ist der Waldkauz) – begünstigt das Aufkommen dieser Kleineule.
     
  • Christine RESCH, Stefan RESCH, Gernot NEUWIRTH: Kleinsäuger und Citizen Science: Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus dem Projekt „Die Säugetiere Oberösterreichs erleben und erheben“
    „Citizen Science“ – die Bürgerbeteiligung an wissenschaftlichen Aufgabenstellungen – hat in den letzten Jahren zunehmend an Bekanntheit gewonnen. In diesem Projekt gelangen Nachweise für 16 der 30 in Oberösterreich vorkommenden Kleinsäugerarten, wobei die einzelnen Meldungen von Jürgen Plass (Biologiezentrum Linz), Dr.in Christine und Dr. Stafan Resch (apodemus OG) sowie Dr. Guido Reiter (KFFÖ) validiert wurden.

Inhaltsverzeichnis 3/2020

  • Gudrun FUSS: Natur des Jahres 2020
    Alljährlich werden von Natur- und Umweltschutzverbänden sogenannte „Organismen des Jahres“ gewählt, wobei diese Tradition im deutschen Sprachraum bis in die frühen 1990er-Jahre zurückreicht. Die Mitarbeiterin der Naturkundlichen Station Mag.a Gudrun Fuß hat in Ihrem Beitrag die Natur des Jahres 2020 zusammengestellt und jeden Artvertreter kurz porträtiert, um Bewusstsein für ihn und seinen Lebensraum zu schaffen. Heißt es nicht: „Was man kennt, das liebt man, was man liebt, das schützt man?“
     
  • Martin SCHWARZ: Schutz der Biodiversität im Wald durch die Stiftung für Natur
    Vielfach lassen sich manche bedrohte Arten nur durch zielbewusstes Management und künstliche Eingriffe erhalten. Zum Schutz der biologischen Vielfalt wurden vom Naturschutzbund Oberösterreich und von der Stiftung für Natur des Naturschutzbundes Oberösterreich bestimmte Waldflächen angekauft, auf denen seltene Arten wie zum Beispiel die Smaragdeidechse, der Steppengrashüpfer, die Sechsbinden-Furchenbiene, die Hohltaube als einzige Höhlenbrüter-Taube und andere durch unterschiedliche Maßnahmen gefördert werden. Diese Maßnahmen, so der Autor, sollen auch Anregung schaffen, im eigenen Wohnbereich tätig zu sein für die Natur – bei den eigenen Bäumen und Waldflächen – sofern der Eigentümer damit einverstanden ist.
     
  • Michael HOHLA: Von der Hauslacke zur Aquakultur. Über Geschichte, Bedeutung & Gefährdung unserer Teiche
    Über lange Zeiträume hinweg haben die Landnützer – meist Bauern, aber auch adelige Grundbesitzer und Klöster die Landschaft gestaltet, die ohne menschliches Zutun völlig anders aussehen würde. Eines der Elemente in der zur Kulturlandschaft gewordenen Natur sind die Hauslacken, Lösch-, Eis- und Fischteiche. Michael Hohla weiß darüber unglaublich viel Spannendes und Interessantes zu berichten.

Kosten: € 5,00

Bestellung Heft 3/2020

Inhaltsverzeichnis 2/2020

  • Michael HOHLA: „Der Löwenzahn (Taraxacum) – eine grenzenlose Untertreibung!
    Es ist fantastisch, was der Autor über diese „Allerweltsart“ zu sagen weiß, zumal er sie als „Botanikers Albtraum“ bezeichnet. Es gibt Pflanzen – und der Löwenzahn gehört eindeutig dazu – um die manche Leute von Fach einen großen Bogen machen, weil sie so schwierig zu bestimmen sind. Immerhin gibt es in Österreich ca. 130 Arten. Sie wachsen in Wiesen, auf Ruderalflächen, in Parkanlagen, in Gärten, an Straßenrändern, in den Alpen, in Niedermooren, auf Trockenrasen, in Dörfern und Städten.
     
  • Christine RESCH, Stefan RESCH: Feldgehölzstreifen für einen gefährdeten Kleinsäuger im Alpenvorland – Die Haselmaus (Muscardinus avellanarius)
    Wie wertvoll unterwuchsreiche Laub- und Mischwälder, Uferbegleitvegetation, Hecken, Feldgehölze und strukturreiche Waldränder sind für einen zunehmend seltener werdenden Kleinsäuger, die Haselmaus, zeigen die Autoren des privaten Institutes für Wildtierbiologie in Haus im Ennstal auf.
     
  • Josef LIMBERGER: Säugetiere Oberösterreichs Teil 2 – Geliebt und gehegt, doch ihres Lebensraums beraubt und ihren Feinden preisgegeben
    In Fortsetzung seines  Beitrages über Säugetiere in Oberösterreich, der im ÖKO.L-Schwerpunktheft zur Biodiversität 3+4/2019 erschien, stellt Limberger eine weitere Anzahl heimischer Wildtiere vor. In begeisternden Bildern und gelungenen Illustrationen sowie kritischen Anmerkungen zu deren Lebens- und  Überlebenssituation erreicht uns die Botschaft: „Was man kennt, das liebt man, was man liebt, das muss man schützen!“
     
  • Helmut STEINER: Das Comeback von Kaiseradler und Seeadler in Österreich aus jagdlicher und fischereilicher Sicht
    Infolge der Ausbreitung dieser Großadler in den Niederungen kommen für das Ökosystem wichtige Prozesse in Gang, unter anderem, weil kleinere Beutegreifer wie auch Fischfresser, die bisher kaum Feinde hatten, nun wohl schweren Zeiten entgegenblicken. Erfreulich ist – jedenfalls aus ornithologischer Sicht – dass große Teile von Oberösterreich und anderen Bundesländern geeignete Lebensräume für diese Adler darstellen. Wunderbare, beeindruckende Fotografien!
     
  • Gudrun FUSS: Linz tierisch
    Die Naturkundliche Station der Stadt Linz startet gemeinsam mit dem Naturschutzbund Österreich das Citizen-Science-Projekt „Linz tierisch“. Naturinteressierte BürgerInnen sind aufgerufen, mit offenen Augen durch Linz zu gehen, die heimische Fauna zu beobachten, zu fotografieren und sie auf dem online-Portal www.naturbeobachtung.at zu melden. 

Kosten: € 5,00

Bestellung Heft 2/2020

Inhaltsverzeichnis 1/2020

  • Michael HOHLA: Vorsicht giftig!? Gefährliches in der uns umgebenden Natur – mit etwas Abstand betrachtet
    Die Angst vor giftigen Pflanzen und Tieren scheint tief in unserem Grundwesen verankert zu sein, obgleich es bei uns nur ganz wenige Todesfälle durch Gifte aus der Natur gibt. Der Autor spannt einen weiten Bogen vom „Schierlingsbecher“, der das Leben des griechischen Philosophen Sokrates beendete, über Giftmorde zum „Segenbaum“, dessen Gift als Abortivum verwendet wurde, über das „Mutterkorn“ aus dem Reich der Pilze bis hin zum Gift einer Reihe von Tieren.
    In bekannt launig-informativer Weise erfahren wir, dass es viele Heil- unter den Giftpflanzen bzw. Gift- unter den Heilpflanzen gibt. Hinsichtlich ihrer Giftigkeit existieren welche von tödlich-giftig und solche, bei denen der Körper in der Lage ist, das Gift abzubauen und auszuscheiden. Es sollen die Gefahren durch giftige Pflanzen, Pilze oder Tiere keinesfalls verharmlost werden! Statistisch gesehen stehen sie jedoch in keinem Vergleich zu den Gefahren, denen etwa Kinder im Straßenverkehr oder durch unbehütetes „Badevergnügen“ in Pools oder Teichen ausgesetzt sind.
     
  • Norbert STEINWENDNER, Florian MAYR, Hubert BLATTERER: Der Raader Wald – ein unbekannter Wald der bald verschwindet?
    Einmal mehr erheben Wirtschaft und Industrie Anspruch auf ein erstaunlich vielfältiges Waldgebiet – den sogenannte Raaderwald – im äußersten Westen von Niederösterreich, hart an der Grenze zu Oberösterreich gelegen. Dieser weitgehend naturnahe Lebensraum ist neben seiner überraschenden Artenvielfalt auch Naherholungsgebiet. Der Raader Wald erfüllt wichtige, unverzichtbare Funktionen z. B. als Trittstein-Biotop und ist allerletztes Rückzuggebiet für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Die Beobachtung bzw. Erhebung der Tier-, Pilz- und Pflanzenwelt des Raader Waldes hat bisher fast 1.900 Arten ergeben. Viele davon sind extrem selten im niederösterreichischen oder oberösterreichischen Naturschutz genannt, bzw. nach EU-Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und EU-Vogelschutzrichtlinie stark geschützt. Diese Beobachtungen und Erkenntnisse sollten Grund genug sein, den Raader Wald zu schützen!
     
  • Helmut STEINER: Die Rohrweihe
    Die Rohrweihe, ein Bodenbrüter, ist Zugvogel, erscheint bei uns etwa um Ende März und zieht bis Ende September wieder ab in ihre Hauptüberwinterungsgebiete in Afrika. Steiner geht nicht nur ausführlich auf die Biologie dieses schönen Greifers ein, sondern auch auf die Unterscheidungsmerkmale zu Korn- und Wiesenweihe, zumal erstere bei uns vor allem zwischen Oktober und Anfang April in offenen Feldlandschaften beobachtet werden kann. Was das Beutespektrum der Rohrweihe betrifft, entkräftet er überzeugend die Meinung jener aus der Jägerschaft, die in Rohrweihen eine Gefahr für den Feldhasen sehen. Sie ist hingegen, so Steiner, ein Hauptfeind von Ratten und Wieseln. Weiters stehen Mäuse, Maulwurf, Reptilien, Klein- und Jungvögel sowie Insekten auf dem Speiseplan unseres Greifs. Andererseits ist die Rohrweihe Beute für Uhu, Habicht und Kaiseradler. Für die Horst-Jungen sind Fuchs, Wildschwein, Marder und Iltis als Fressfeinde zu nennen.

Kosten: € 5,00

Bestellung Heft 1/2020