Jahrgang 2020

Inhaltsverzeichnis 1/2020

  • Michael HOHLA: Vorsicht giftig!? Gefährliches in der uns umgebenden Natur – mit etwas Abstand betrachtet
    Die Angst vor giftigen Pflanzen und Tieren scheint tief in unserem Grundwesen verankert zu sein, obgleich es bei uns nur ganz wenige Todesfälle durch Gifte aus der Natur gibt. Der Autor spannt einen weiten Bogen vom „Schierlingsbecher“, der das Leben des griechischen Philosophen Sokrates beendete, über Giftmorde zum „Segenbaum“, dessen Gift als Abortivum verwendet wurde, über das „Mutterkorn“ aus dem Reich der Pilze bis hin zum Gift einer Reihe von Tieren.
    In bekannt launig-informativer Weise erfahren wir, dass es viele Heil- unter den Giftpflanzen bzw. Gift- unter den Heilpflanzen gibt. Hinsichtlich ihrer Giftigkeit existieren welche von tödlich-giftig und solche, bei denen der Körper in der Lage ist, das Gift abzubauen und auszuscheiden. Es sollen die Gefahren durch giftige Pflanzen, Pilze oder Tiere keinesfalls verharmlost werden! Statistisch gesehen stehen sie jedoch in keinem Vergleich zu den Gefahren, denen etwa Kinder im Straßenverkehr oder durch unbehütetes „Badevergnügen“ in Pools oder Teichen ausgesetzt sind.
     
  • Norbert STEINWENDNER, Florian MAYR, Hubert BLATTERER: Der Raader Wald – ein unbekannter Wald der bald verschwindet?
    Einmal mehr erheben Wirtschaft und Industrie Anspruch auf ein erstaunlich vielfältiges Waldgebiet – den sogenannte Raaderwald – im äußersten Westen von Niederösterreich, hart an der Grenze zu Oberösterreich gelegen. Dieser weitgehend naturnahe Lebensraum ist neben seiner überraschenden Artenvielfalt auch Naherholungsgebiet. Der Raader Wald erfüllt wichtige, unverzichtbare Funktionen z. B. als Trittstein-Biotop und ist allerletztes Rückzuggebiet für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Die Beobachtung bzw. Erhebung der Tier-, Pilz- und Pflanzenwelt des Raader Waldes hat bisher fast 1.900 Arten ergeben. Viele davon sind extrem selten im niederösterreichischen oder oberösterreichischen Naturschutz genannt, bzw. nach EU-Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und EU-Vogelschutzrichtlinie stark geschützt. Diese Beobachtungen und Erkenntnisse sollten Grund genug sein, den Raader Wald zu schützen!
     
  • Helmut STEINER: Die Rohrweihe
    Die Rohrweihe, ein Bodenbrüter, ist Zugvogel, erscheint bei uns etwa um Ende März und zieht bis Ende September wieder ab in ihre Hauptüberwinterungsgebiete in Afrika. Steiner geht nicht nur ausführlich auf die Biologie dieses schönen Greifers ein, sondern auch auf die Unterscheidungsmerkmale zu Korn- und Wiesenweihe, zumal erstere bei uns vor allem zwischen Oktober und Anfang April in offenen Feldlandschaften beobachtet werden kann. Was das Beutespektrum der Rohrweihe betrifft, entkräftet er überzeugend die Meinung jener aus der Jägerschaft, die in Rohrweihen eine Gefahr für den Feldhasen sehen. Sie ist hingegen, so Steiner, ein Hauptfeind von Ratten und Wieseln. Weiters stehen Mäuse, Maulwurf, Reptilien, Klein- und Jungvögel sowie Insekten auf dem Speiseplan unseres Greifs. Andererseits ist die Rohrweihe Beute für Uhu, Habicht und Kaiseradler. Für die Horst-Jungen sind Fuchs, Wildschwein, Marder und Iltis als Fressfeinde zu nennen.

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Bestellung Heft 1/2020