Jahrgang 2022

Inhaltsverzeichnis 1+2/2022

Lassen Sie sich gerne stören? Wohl eher nicht – wer mag das schon? Der Begriff „Störung“ ist normalerweise nicht sonderlich positiv besetzt und wird meist mit Beunruhigung, Behinderung oder Belästigung in Verbindung gebracht. In der Ökologie ist das jedoch anders. 

In dieser nicht weniger als 100 Seiten starken ÖKO.L-Doppelausgabe geht es schwerpunktmäßig um Störungen, die für die Natur positive Auswirkungen mit sich bringen. Gemeint sind künstliche Rohstoff-Abbauflächen, die man in der Landschaft immer wieder findet: Steinbrüche, Schotter-, Sand- und Lehmgruben. Ihr Image ist in der Bevölkerung zwar nicht immer gut, weil sich die Betroffenen (meist zurecht) gestört fühlen. In ihnen laufen jedoch diejenigen Prozesse ab, die es früher ohne menschliches Zutun gegeben hat, die es aber in unserer „regulierten“ Landschaft immer weniger gibt: offene Schotterbänke entlang von Flüssen, senkrechte Abbruchflächen an Geländekanten, Stein- und Sandwände etc. Sie sind für viele Spezialisten unter den Tier- und Pflanzenarten, die man unter dem Begriff „Störungsstrategen“ zusammenfasst, überlebenswichtig.

Wie immer konnten auch für diese Ausgabe viele renommierte Fachleute gewonnen werden, die ihre Zeit dankenswerterweise kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Als Ideengeber für dieses außergewöhnliche Sonderheft betätigten sich Michael Strauch von der Naturschutzabteilung der Oö. Landesregierung, Prof. Michael Hohla und Dr. Franz Berger. (Leicht abgewandelter Auszug aus dem Vorwort von Dr. Friedrich Schwarz zum Heft.)

  • Michael HOHLA, Franz BERGER, Michael STRAUCH: Biodiversität in Schottergruben?
  • Michael STRAUCH: Die Bedeutung der „Störung“ für die Biodiversität
  • Michael HOHLA: Homo fodens – der wühlende Mensch – und seine Nutznießer
  • Franz BERGER: Flechten auf Rohböden, ein unerwartet artenreicher Nischenstandort
  • Werner WEISSMAIR, Andreas MALETZKY, Alexander SCHUSTER: Amphibien in Abbaugebieten
  • Martin SCHWARZ, Erwin HAUSER, Andreas LINK, Eveline MERCHES, Esther OCKERMÜLLER: Abbaustellen als besonderer Lebensraum für Insekten und Spinnen
  • Alexander SCHUSTER: Abbaugebiete mineralischer Rohstoffe – ein beachtlicher Beitrag zu Erhaltung der Vogelfauna Oberösterreichs
  • Heinz FORSTINGER: Abbaugebiete aus mykologischer Sicht
  • Josef LIMBERGER: Wunde oder Pflaster? Die Bedeutung von Steinbrüchen, Sand- und Kiesgruben für die Natur aus Sicht des Oberösterreichischen Naturschutzbundes
  • Gottfried SCHINDLBAUER: Geologie und Rohstoffgewinnung
  • Heide BIRNGRUBER, Michael STRAUCH: Der Oberösterreichische Kiesleitplan (KLP) – ohne Raumplanung geht gar nichts mehr
  • Mark WÖSS, Johannes MOSER, Michael BRANDS: Behördenverfahren – der lange Weg zum bewilligten Abbaustandort
  • Albin LUGMAIR: Ökologische Bauaufsicht & Ökologische Baubegleitung in Rohstoff-Abbaugebieten
  • Stefan GUTTMANN, Michael STRAUCH, Michael BRANDS: Kiesgruben, Baggerseen und Steinbrüche: Der Kampf um die Nachnutzung
  • Ursula HUBER-WILHELM: Geborgtes Land
  • Michael HOHLA, Franz BERGER: So a Wüdnis! Über die Schönheit und den Wert gestörter Orte

Kosten: € 5,00

Bestellung Heft 1+2/2022